Ein Statement gegen Rassismus

Der Anfang ist gemacht: Bei der ersten Demokratiekonferenz werden die Weichen für die kommenden Jahre gestellt.
Der Anfang ist gemacht: Bei der ersten Demokratiekonferenz werden die Weichen für die kommenden Jahre gestellt.
Foto: Jacqueline Stork

Gevelsberg..  Im Rathaus fand die erste Gevelsberger Demokratiekonferenz statt. Bürgermeister Claus Jacobi freute sich, sie eröffnen zu dürfen: „Es ist ein Bekenntnis zur Demokratie“, sagte er. Möglich geworden war das, weil sich die Stadt Gevelsberg im Vorfeld beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für das Programm „Demokratie leben! Aktiv gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit“ beworben hatte und nun den Zuschlag bekommen hat.

Aktions- und Initiativfonds

Damit hat Gevelsberg eine lokale Partnerschaft für Demokratie übernommen. „Wir sind die kleinste Stadt, die vom Bundesministerium ausgewählt worden ist – das ehrt uns“, so Jacobi. Der Einladung zur ersten Demokratiekonferenz waren zahlreiche Bürger und Mitglieder von Vereinen und Institutionen gefolgt.

Da die VHS wesentlich an der Durchführung dieses Projekts beteiligt ist, erklärte Iris Baeck, stellvertretende VHS-Direktorin, zunächst die lokalen Handlungsziele. So müssen Projekte, die gefördert werden möchten, folgende Kriterien erfüllen: „Sie müssen für Vielfalt und gegen Diskriminierung kämpfen, sie müssen ein Statement gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit abgeben, das Ziel muss eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen sein und die Willkommenskultur in Gevelsberg fördern.“

Um mit der Durchführung des Projekts beginnen zu können, wählten die Teilnehmer der ersten Demokratiekonferenz einen Begleitausschuss – eine Formalie, die das Bundesministerium fordert. Dieser Ausschuss soll die einzelnen Projektaktivitäten in Gevelsberg bündeln und koordinieren. Gewählt wurden: Clarissa Bader, Iris Beck, Ingelore Sengstmann-Schäfer, Sabine Görke-Becker, Guiseppa Debora Napolitano und Seyfulla Köse. Verstärkt wird der Begleitausschuss von je einem Vertreter der politischen Fraktionen des Stadtrates.

Wenn im Rahmen des Programmes „Demokratie leben! Aktiv gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit“ auch das Jugendforum installiert worden ist, entsendet auch dieses zwei Vertreter in den Begleitausschuss, der später über die Förderwürdigkeit der eingereichten Projekte entscheidet. Formal muss dafür ein Förderantrag gestellt werden. Aysun Tarhan von der DIA gGmbH wird beim Ausfüllen des rund 10-seitigen Antrags behilflich sein.

„Der bürokratische Aufwand ist etwas höher, dafür können aber deutlich höhere Summen gefördert werden“, erklärt Claus Jacobi. Aus diesem Grund wünscht er sich Projekte, „die die Durchdringung des gesellschaftlichen Bewusstsein erzielen.“ Kurzum: Einzelne kleinere Projekte könnten sich zusammenschließen, um ihre gesellschaftliche Wahrnehmung zu erhöhen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt jährlich Gelder für einen Aktions- und Initiativfonds, aus dem konkrete Einzelmaßnahmen finanziert werden können, zur Verfügung.

Fördermittel bis 2019

„In diesem Jahr können wir in Gevelsberg 30 000 Euro für Projekte aus diesem Fonds abrufen“, erklärt Iris Baeck. In den Förderjahren 2016 bis 2019 stellt der Aktions- und Initiativfonds jeweils 20 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Für das vorgesehen Jugendforum können noch einmal zusätzlich 5000 Euro jährlich abgerufen werden. In den Förderjahren 2016/2017 sieht das Förderprogramm eine Mitfinanzierung durch die Kommune beziehungsweise die Einbringung von Drittmitteln in Höhe von 20 Prozent vor. In den Förderjahren 2018/2019 steigt dieser Anteil auf 40 Prozent.

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