Ein Spagat für viele Arbeitnehmer

Schwelm.  „Beruf und Pflege vereinbaren - eine Herausforderung für Beschäftigte und Unternehmen“. Unter diesem Motto trafen sich Vertreter verschiedenster regionaler Unternehmen zum „Schwelmer Business-Lunch“ der Gesellschaft für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung (GSWS) im AVU-Treffpunkt.

Diskutiert wurden Probleme und mögliche Lösungen des Spagats zwischen Arbeitsplatz und Familien, mit vor allem älteren pflegebedürftigen Menschen.

Nachdem sich alle 24 Teilnehmer für das zu eingangs angesetzte Mittagessen eingefunden hatten und die Vorstellungsrunde abgeschlossen war, ging es gut gestärkt in die von GSWS-Geschäftsführer Tilo Kramer eingeleitete Präsentation. In dem rund einstündigen Vortrag wies Demografiebeauftragte Christa Beermann auf die Problematik und „Herausforderung“ des Spagats zwischen Arbeit und Familie hin. Sie sieht vor allem im Demografischen Wandel ein großes Problem. Durch die steigende Lebenserwartung und dem gleichzeitigen Rückgang der Geburtenrate werde die „Gesellschaft immer älter“ und es gebe „immer mehr Menschen, die Unterstützung und Hilfe benötigen“. Da sei es nur logisch, dass der Beruf bei immer mehr Arbeitnehmern aufgrund der familiären Probleme auf der Strecke bliebe und die Leistungsfähigkeit verloren gehe. Zahlreiche Berufstätige müssen auch noch Angehörige pflegen.

Die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf wird künftig für Unternehmen ein immer wichtigeres Thema werden. Da zugleich ein Fachkräftemangel zu beklagen ist, wird es zunehmend wichtig, Mitarbeiter zu motivieren, damit diese dem Unternehmen erhalten bleiben. Viele Arbeitgeber sind der Meinung, dass die Umsetzung möglicher Lösungsansätze hohe Kosten für die Unternehmen mit sich bringt. Dass dies nicht immer der Fall ist, machte Christa Beermann, Demografiebeauftragte des EN-Kreises, an den positiven Folgen für Unternehmen fest. So seien beispielsweise weniger Ausfallzeiten, eine höhere Arbeitsmoral und ein gutes Unternehmensimage die Folge.

Zudem besteht das Problem, dass die meisten Arbeitnehmer nur ungerne über die Problematik in ihrer Familie sprechen und es somit für viele zum „Tabu-Thema“ wird. Frank Reiber, Personalleiter bei der AVU, ein Pionierunternehmen in dem Bereich, stellte als positives Beispiel die Maßnahmen der AVU für pflegende Mitarbeiter vor. So ist diesen oft bereits mit flexiblen Arbeitszeiten gedient.

Die Veranstaltung schloss mit angeregten Diskussionen und der Möglichkeit zur Pflege unternehmerischer Netzwerke.

 
 

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