Ein Konzerterlebnis für alle Sinne

Die Irish Folk Punk Party fand erstmalig in der Halle West statt. Im Bild die Band „Fiddler's Green“.
Die Irish Folk Punk Party fand erstmalig in der Halle West statt. Im Bild die Band „Fiddler's Green“.
Foto: Bastian Haumann Bastian Haumann

Gevelsberg..  Besser geht’s nicht: Die vierte Auflage der Gevelsberger Irish Folk Punk Party in der Halle West am Samstag sparte nicht mit Superlativen. Größer, pompöser. Mehr Licht, mehr Effekte. Und richtig gute Musik der Bands „The O’Reillys and the Paddyhats“ und „Fiddler’s Green“. Weniger ein Konzert, mehr ein Erlebnis.

Der Reihe nach. Alles fing damit an, als Franz Wüstenberg und Tim Herbig ihr Alter Ego erschufen: die Gebrüder Sean und Dwight O’Reilly – oder eben „The O’Reillys“, die sich am St. Patricks Day im Jahr 2009 gründeten. Das Konzept trieben sie auf die Spitze, sammelten Musiker um sich, waren seitdem immer öfter als „The O’Reillys and the Paddyhats“ unterwegs, erspielten sich schnell Kultstatus, stemmten vor vier Jahren die ersten Irish Folk Punk Party in der Gevelsberger Sportalm, gründeten später sogar eine Konzertagentur. Und am vergangenen Samstag lieferten sie ihr vorläufiges Meisterstück ab.

Aus der Sportalm ist die Irish Folk Punk Party in diesem Jahr herausgewachsen und es ging in die Halle West. Und die war restlos ausverkauft. Etwa 1200 Besucher feierten vor der großen Bühne, auf der die Techniker eine gigantische Lichtshow abfeuerten. Um dem die Krone aufzusetzen: rechts und links der Bühne schossen passend zur Musik Flammenfontänen in die Höhe. Auch die Bands hatten den einen oder anderen Trumpf im Ärmel. Bei „The O’Reillys and the Paddyhats“ schwenkten Kobolde die irische Fahne, warfen Goldmünzen ins Publikum, das zu einer Ballade Knicklichter gen Hallendecke streckte.

Instrumente beleuchtet

Die Jungs von „Fiddler’s Green“ sorgten bei einer Coverversion von Seven Nation Army (The White Stripes) für Furore. Die Bühne blieb fast dunkel, stattdessen waren die Instrumente beleuchtet. Der Bogen der Fiedel, der Reifen der Trommel, die von unten gelb beleuchtet wurde. Die Musiker hatten ihr Publikum voll im Griff und lieferten eine sehenswerte Show. Da haben „The O’Reillys and the Paddyhats“ auch gute Vorarbeit geleistet. Denn 1200 Besucher – die gilt es, erst einmal zu packen.

Die Mischung aus Event und Konzert kam auch beim Publikum ausgezeichnet an. Sonja und Lars aus Radevormwald kennen kein vergleichbares Festival hier in der Gegend. „Irish Folk ist einfach fröhliche Musik, die Lebensfreude vermittelt“, sagten sie. Ganz vorne wollten sie dann aber nicht stehen. „Da ist es uns ein wenig zu wild.“ Denn am Bühnengraben tobte buchstäblich der Mob. Anderen fehlte das i-Tüpfelchen und sie fühlten sich in der Sportalm wohler. „Ich war auf dem ersten Konzert mit dabei“, sagte Alex aus Gevelsberg. „Damals fand ich es uriger.“ Dabei ist das der sprichwörtliche Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen, denn die aktuelle Irish Folk Punk Party ist nicht mehr die von damals.

Die Halle West hat wenig Charme, wenn auch die stimmungsvolle Deko einiges rettete und die Mini-Highland-Games ihren Teil dazu beitrugen - das Guinness sowieso. In die Sportalm passten zwar nicht so viele Besucher, dafür war das Konzert persönlicher, das Publikum war mittendrin statt nur dabei.

Hohes Niveau

Am Samstag hielt die Absperrung zum Bühnengraben die Besucher auf Distanz – bei den Feuerfontänen auch verständlich. Dafür gab es mehr von allem. Ein solches Angebot, wie es am Samstag gab, wäre in der Sportalm kaum möglich gewesen. Und am Ende ist alles eine Frage des Geschmacks. Denn die Qualität der Irish Folk Punk Party hatte auch in der Halle West ein sehr hohes Niveau.

 
 

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