Ein hörbar gelungener Besuch

Das Studienstiftungsorchester NRW bedankte sich mit einem Kammerkonzert für die Gastfreundschaft.
Das Studienstiftungsorchester NRW bedankte sich mit einem Kammerkonzert für die Gastfreundschaft.
Foto: Annina Erbes

Gevelsberg.  Zum vierten Mal waren Musiker des Studienstiftungsorchester NRW zu Gast in Gevelsberg. Von Freitag bis Sonntag probten und wohnten musikbegeisterte Menschen aus zahlreichen Städten NRWs in den Räumlichkeiten der Musikschule. Laien und Profimusiker, Juristen, Physiker, Mediziner oder Biochemiker, Studenten und Professoren erarbeiteten gemeinsam unter der Leitung von Adam Szmidt das Programm für ein Kammermusikkonzert. Sonntagabend endete das hörbar gelungene Wochenende mit dem öffentlichen Vortrag der einstudierten Werke aus unterschiedlichsten Epochen.

Beginn mit Mozart

Das Konzert begann mit dem 1. Satz aus W.A. Mozarts Klarinettenquintett A-Dur, KV 581.

„Des Stadels Quintett“, wie Mozart selbst das Werk nannte, hatte er, ebenso wie sein bekanntes Klarinettenkonzert, KV 622, für den damals berühmten Klarinettisten und Freund Anton Stadler komponiert. Besonders schöne, gefühlvolle Phrasierung in der Klarinette, gespielt von Jana Prokop, und kraftvolle Impulse des Cellisten Andreas Missel brachten den Zuhörern den ersten Satz des sehr heterogenen und doch zu einer Einheit findenden Quintetts näher.

Hochexpressiv folgte das düster schwelgende Streichquartett von Giacomo Puccini. Dieser hatte den dreiteiligen Andantesatz in nur einer Nacht zu Ehren seines verstorbenen Gönners Herzog Amadeo di Savoia komponiert. Dynamisch differenziert und mit gelungen Phrasierungen interpretierten die vier Musiker Andrea Schmidinger (Violine 1), Verena Albrecht (Violine 2), Susanne Brachmann (Viola) und Andreas Missel (Cello) gelungen die von Puccini intendierten verschiedenen Facetten von Trauer.

Vor der Pause folgte der Höhepunkt des ersten Programmteils: Das 1. Klaviertrio in c-Moll, op- 8, das Dimitri Schostakowitsch bereits als 17jähriger schrieb. Das einsätzige, in vier Abschnitte unterteile Werk wurde von Ulrich Scholz (Klavier), Andrea Schmidinger (Violine 1) und Andreas Missel (Cello) dynamisch differenziert und in all seinen romantischen Dimensionen und Stimmungen zum Leben erweckt. Mit sattem Klang und großer Sicherheit auch in temporeichen Passagen entlocktem sie dem Publikum großen Applaus.

Bemerkenswerte Interpretation

Mit Gustav Mahlers Klavierquartettsatz in a-Moll wurde nach der Pause ein weiteres Frühwerk präsentiert. Besonders das perlend-leichte Spiel der Psychologie-Studentin Nuri Wieland am Klavier und der Klang der warmen und vollen Klang der Viola, gespielt von Beate Engelen waren bei der Interpretation dieser Jugendkompositionen des großen Komponisten bemerkenswert.

Der Kammerabend endete mit Wolfgang Amadeus Mozarts Serenas c-Moll, KV 388. Klanggewaltig und wuchtig brachten je zwei Flöten, Klarinetten, Fagotte und Hörner die vier Sätze der vielseitigen, oftmals dunkel und schroff wirkenden Serenade zu Gehör.

Mit viel Applaus dankten die Zuhörer nicht nur den Musiker, sondern auch den Organisatoren für den gelungen Konzertabend.

 
 

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