Ein Abschied auf Raten von Hl.-Geist-Kirche

Kirche Heilig Geist in Schwelm.
Kirche Heilig Geist in Schwelm.
Foto: WR

Schwelm.. Die Tage der Heilig-Geist-Kirche scheinen gezählt. Nach dem durch finanzielle Gründe bestimmten Rückzug der Evangelischen Kirchengemeinde aus dem Ökumenischen Gemeindezentrum an der Sedanstraße ist die künftige Nutzung des Gotteshauses ungewiss. Am Allerheiligentag, 1. November, wird die katholische Propsteigemeinde St. Marien um 9 Uhr in einem festlichen Gottesdienst Abschied von der Kirche nehmen. Der Gottesdienst wird vom Kirchenchor St. Cäcilia und Bläsern festlich gestaltet.

Investitionsstau von 200 000 Euro

„Als Propst und Pfarrer verstehe ich die Trauer, die Sorgen und Ängste derjenigen, denen die Hl.-Geist-Kirche immer ein Zuhause gewesen ist, die die Kirche mit aufgebaut haben, die dort getauft und gefirmt wurden, zur Erstkommunion gingen und geheiratet haben“, schreibt Prälat Heinz D. Janousek in der neuesten Ausgabe der Gemeindenachrichten. Doch die Zeiten hätten sich geändert. Aus finanziellen Gründen sei die Heilig-Geist-Kirche nicht weiter als Gotteshaus zu unterhalten. Durch den Wegfall des Beitrages der Ev. Gemeinde zum Unterhalt des Zentrums fehlen im Haushalt der Pfarrei jährlich ca. 18 000 Euro. Außerdem gibt es einen Sanierungsstau. Die Heizung ist kaputt (16 000 Euro), mittelfristig fordert die Instandhaltung weitere 160 000 bis 180 000 Euro

Prälat Janousek führt aber auch die gesunkene Zahl der Gläubigen ins Feld. Als 1968 die Hl.-Geist-Kirche geweiht wurde, gab es in Schwelm noch ca. 11 000 katholische Christen, von denen ca. 1400 den sonntäglichen Gottesdienst besuchten. Heute sind es noch ca. 6 000 katholische Christen, von denen ca. 800 den sonntäglichen Gottesdienst besuchen. Bereits vor sechs Jahren im Rahmen der Strukturreform im Bistum Essen stand das Schwelmer Gotteshaus auf der Liste der zu schließenden Kirchen.

Vorerst sollen alle Gottesdienste, die bisher in der Hl.-Geist-Kirche gefeiert wurden, auch in der Marienkirche gefeiert werden. An der Einrichtung eines Fahrdienstes wird gearbeitet.

Die Kirche wird zwar geschlossen, das Gemeindezentrum Heilig Geist bleibt aber weiter geöffnet, der Kindergarten Hl. Geist möchte sich in den unteren Räumen ausbreiten und die Gruppen, die Pfarrsaal und Konferenzraum benutzt haben, können das auch weiterhin tun. Das ehem. Pfarrhaus Hl. Geist ist weiter eine Dienststelle der Diakonie.

Entscheidung fällt im Frühjahr 2011

Vor eine schwere Aufgabe sieht sich der Kirchenvorstand gestellt. Gemeinsam mit dem Beauftragten für Immobiliennutzung im Bischöflichen Generalvikariat überlegen die Mitglieder, wie es in Zukunft mit dem Gemeindezentrum und der Hl.-Geist-Kirche weitergehen soll. Wenn ein schlüssiges Konzept vorliegt, will der Kirchenvorstand die notwendigen Beschlüsse fassen. Das wird zum Jahresende oder erst im Frühjahr 2011 sein.

 
 

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