Ein Abend mit dem Teufel Tabak

Ina Blumenthal
Informativ, aber unterhaltsam gestaltete Hausmann die literarische Reise durch die Geschichte des kubanischen Tabaks und damit auch durch das politische Kuba.
Informativ, aber unterhaltsam gestaltete Hausmann die literarische Reise durch die Geschichte des kubanischen Tabaks und damit auch durch das politische Kuba.
Foto: Jonas Güttler

Gevelsberg.  Klein und fein wie sein Laden sind auch die Veranstaltungen, die Bonnie Zichtema in seine Casita del Tobacco holt: Wolfgang Hausmann las und erzählte über den Teufel Tabak.

Der Titel ist nicht seine Erfindung. Die katholische Kirche war schneller. Schon vor Jahrhunderten brandmarkte der christliche Klerus den Tabak als Teufelszeug. Bis die Erkenntnis reifte, dass das, was viele wollen, aber nur wenige haben, eine vortreffliche Geldquelle darstellt.

Mal en vogue, mal Schlankmacher

Die Abgaben flossen alsdann ähnlich wie beim Weihrauch in das Säckel der Kirche. Weder Tabaksteuer noch Einfuhrverbote konnten den Zug des Tabaks durch alle Länder aufhalten. Mal en vogue, mal als Schlankheitsmittel angepriesen, mal als Quell allen gesundheitlichen Übels verschrien, ist der Tabak als Zigarette und Zigarre nie ohne Markt gewesen.

Wolfgang Hausmann, überzeugter Mülheimer, liest, weil „weder zu musizieren, zu malen oder zu schreiben mein Ding waren“. Dafür organisierte er über mehr als zwanzig Jahre das Kulturleben seiner Wohnstadt. Heute öffnet Hausmann gerne seine Bücherschrank und liest das, was ihm selbst Freude macht. Für das Gevelsberger Publikum hatte Hausmann die Geschichten von Henky Hentschel mit vielen Lesezeichen versehen. Hentschel und Hausmann eint neben dem Tabak eine weitere Leidenschaft: Kuba. Beides lässt sich vortrefflich miteinander verbinden, so dass Hentschel als Auswanderer auf Kuba lebte, Hausmann immerhin einmal im Jahr dorthin fliegt. Zum 40. Geburtstag schenkte der Autor Hentschel der Republik Kuba eine Liebeserklärung auf 250 Seite.

„Das Geschenk des Teufels“, der Tabak darf nicht fehlen. Bis heute befinden sich die besten Anbaugebiete für die Tabakpflanze auf den Insel der Republik Kuba. Informativ, aber unterhaltsam gestaltete Hausmann die literarische Reise durch die Geschichte des kubanischen Tabaks und damit auch durch das politische Kuba.

Niemals ein Muss, immer ein Genuss

Die Zigarren, von denen Casita- Inhaber Zichtema sagt, sie seien niemals ein Muss, aber immer ein Genuss, glimmen an diesem Abend an jedem Tisch.

Kuba und der Tabak hatte Zichtema und Hausmann auch zusammengeführt. Kennengelernt haben sich die beiden Genussraucher bei einem Fest der kubanischen Botschaft. Die wiederum beliefert der gebürtige Niederländer Zichtema, dessen Casita del Tobacco in der Gevelsberger Innenstadt die Adresse für den Genussraucher ist, mit kubanischen Zigarren. Klein, aber fein, ist die Welt der Liebhaber der kubanischen Zigarre, gemacht aus dem Geschenk des Teufels.