Ebola-Verdacht bei 22-jährigem Gevelsberger

Der Rettungswagen, in dem der 22-jährige Mann aus Guinea lag, wurde im Innenhof des Helios-Klinikums Schwelm isoliert, bevor der Mann ins Evangelische Krankenhaus nach Witten gebracht wurde.
Der Rettungswagen, in dem der 22-jährige Mann aus Guinea lag, wurde im Innenhof des Helios-Klinikums Schwelm isoliert, bevor der Mann ins Evangelische Krankenhaus nach Witten gebracht wurde.
Foto: WP

Gevelsberg/Schwelm..  Der Ebola-Verdacht bei einem 22-jährigen Asylbewerber aus Guinea sorgte in der Nacht zu gestern für Ausnahmezustand an der Unterkunft des Mannes in Gevelsberg, der Gevelsberger Hauptwache sowie am Helios-Krankenhaus in Schwelm. Am Nachmittag dann Entwarnung: Die Blutprobe hatte ergeben, dass der Afrikaner nicht mit Ebola infiziert ist. Er hatte lediglich Fieber.

Seit 16 Wochen in Deutschland

Das hatte sich bereits früh angekündigt, allerdings wollte niemand offiziell Entwarnung geben, bevor nicht die Bestätigung aus dem Marburger Labor vorlag. Der stark fiebrige Mann war am späten Sonntagabend von Rettungsdienstmitarbeitern und Feuerwehrmännern aus Gevelsberg aus seiner Wohnung in der Gartenstraße geholt worden. Auf dem Weg ins Schwelmer Helios-Klinikum erhärtete sich für die Mediziner der Verdacht, der 22-Jährige, der weder deutsch noch englisch oder französisch spricht, könnte mit dem Ebola-Virus infiziert sein.

Der Krankenwagen wurde im Innenhof des Krankenhauses isoliert, auf dem Parkplatz eine Dekontaminierungsstation errichtet. Parallel nahm der Krisenstab des Ennepe-Ruhr-Kreises seine Arbeit auf und begann, zum Leben des Asylbewerbers zu recherchieren. Das Gesundheitsamt teilte am frühen Morgen mit, dass der Mann erstmals im Jahr 2013 nach Deutschland eingereist war. Seit etwa 16 Wochen soll er nicht mehr in Afrika gewesen sein. Eine beruhigende Information, denn die Inkubationszeit von Ebola beträgt maximal 21 Tage.

Knapp zwei Stunden später das nächste Indiz, dass es sich wohl nicht um Ebola handelt. Der Mann wurde mit dem Rettungswagen in das Evangelische Krankenhaus nach Witten gebracht. Das ist zwar das einzige im Ennepe-Ruhr-Kreis, das eine ausgewiesene Infektionsstation besitzt, aber nur für Krankheiten bis zur so genannten Isolierstufe B. Ebola-Patienten müssen mit einem speziellen Isolierrettungswagen in die Uni-Klinik nach Düsseldorf gebracht werden. „Wir haben aus Schwelm die Anfrage bekommen, ob wir noch Kapazitäten frei haben. Dem Mann geht es so weit gut“, teilt Joachim Abrolat, Verwaltungsdirektor des Evangelischen Krankenhauses in Witten mit.

Die endgültige Bestätigung, die für große Erleichterung sorgte, kam dann am Nachmittag, als nach der Blutanalyse feststand: Der 22-Jährige hat weder Ebola noch Malaria noch Meningitis.

Ausführlicher Bericht: Schwelm

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