Drei Freunde gründen Musiklabel für Hip-Hop

Die Brüder Julian und Frederik Marchewka und ihr langjähriger Freund Felix Frank haben gemeinsam das Label „Versunkene Fabrik“ in Gevelsberg gegründet.
Die Brüder Julian und Frederik Marchewka und ihr langjähriger Freund Felix Frank haben gemeinsam das Label „Versunkene Fabrik“ in Gevelsberg gegründet.
Foto: Charlotte Wegmann
Gevelsberger Musiklabel „Versunkene Fabrik“ kümmert sich um Künstler, die keinen Pöbel-Rap machen und Botschaften haben.

Gevelsberg..  Die Brüder Julian und Frederik Marchewka und ihr langjähriger Freund Felix Frank sind die Gesichter des hiesigen Musiklabels „Versunkene Fabrik“. Sie haben Hip-Hop-Künstler wie „Tatwaffe“, ehemaliges Bandmitglied von „Die Firma“, und „Spinning 9“, langjähriger Freund des amerikanischen Erfolgs-Rappers Soulja Boy, unter Vertrag. Den Kennern der Szene werden diese Namen viel sagen.

„Wir wollten etwas Größeres planen“, erinnert sich Julian Marchewka. Der Wunsch, ein eigenes Musiklabel zu gründen, habe die drei Gevelsberger einfach nicht losgelassen. 2014 verwirklichten sie ihren Traum: Im Oktober gingen sie mit der „Versunkenen Fabrik“ an die Öffentlichkeit. „Nach 15 Jahren Freundschaft wussten wir, dass die Zusammenarbeit kein Fehler ist“, so Felix Frank.

Familiäre Zusammenarbeit

Die drei Freunde kennen einander in und auswendig – da ist es keine Überraschung, dass es bei ihnen „sehr familiär“ zugeht, wie Frederik Marchewka ihre Zusammenarbeit beschreibt. Sitz der Firma ist die Südstraße in Gevelsberg.

Das Klischee, Rap-Musiker hätten ein hohes Aggressionspotential und ihr Wortschatz bestehe nur aus Schimpfworten, erfüllen die drei Betreiber des Gevelsberger Musik-Labels und die Musiker, die sie betreuen, nicht.

Harte Arbeit zahlt sich aus

Im Gegenteil „die Jungs halten sich im Zaum“, so Julian Marchewka. Jeder Künstler, der bei der Versunkenen Fabrik unter Vertrag genommen wird, hat einen „individuellen Stil“ erklärt Frederik Marchewka. „Alle Texte haben eine Message, also eine Botschaft“, verrät Felix Frank. Es gebe zu viele Künstler im Rap-Business, die ausschließlich Pöbel-Rap produzieren, so dass viele Menschen das Genre nicht mehr ernst nehmen. Ihnen sei es zu „verdanken“, dass der Großteil der Newcomer chancenlos abgestempelt würde, weil viele es einfach ablehnen, sich mit dieser Art der Musik zu beschäftigen.

Die harte Arbeit der drei Freunde zahlt sich aus: Platzierungen in den deutschen Charts und die Zusammenarbeit mit dem renommierten Musikvertrieb „Groove Attack“ zählen bislang zu ihren Erfolgen. „Groove Attack“ sorgt für den deutschlandweiten Handel ihrer CDs. Der Musikvertrieb pflegt die Kontakte zum Beispiel zu den großen Elektro-Fachmärkten, bei denen die Alben der Künstler aus der Versunkenen Fabrik mittlerweile deutschlandweit im Sortiment sind. „Die Zusammenarbeit mit ‚Groove Attack‘ ist ein Ritterschlag für uns“, erzählt Julian Marchewka stolz vom Erfolg des Gevelsberger Unternehmens.

Der Industrie-Mechaniker Frederik Marchewka, sein als Industriekaufmann tätiger Bruder Julian und Felix Frank, der als Werkstoffprüfer arbeitet, sind noch nicht am Ziel ihrer Reise. „Die Erfolge mit unseren aktuellen Künstlern waren erst der Anfang. Wir möchten expandieren“, so Frederik Marchewka. Die Vergrößerung der Versunkenen Fabrik läuft auf Hochtouren: Erst vor kurzer Zeit feierten die drei Gevelsberger den Zuwachs eines weiteren Nachwuchskünstlers, der seine Karriere sozusagen den drei Gevelsberger Freunden anvertraut. Auf diesen neuen Hip-Hoper sollen noch viele weitere folgen sollen.

 
 

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