Dr. Marc-Andreas Edel gibt Tipps gegen Stress

Dr. Marc-Andreas Edel, Chefarzt der Fliedner-Klinik in Gevelsberg, hier mit der Verwaltungskoodinatorin Lore Störring.
Dr. Marc-Andreas Edel, Chefarzt der Fliedner-Klinik in Gevelsberg, hier mit der Verwaltungskoodinatorin Lore Störring.
Foto: WP

Gevelsberg.  Ob er selbst Stress habe? Dr. Marc-Andreas Edel kann da nur zustimmen: „Wenn ich nachts arbeite, mich frage, warum meine Frau schon seit Stunden im Bett ist und ich genau weiß, dass ich am nächsten Tag nicht so wach in die Klinik fahre, wie ich es mir eigentlich vorgenommen habe. Ja, dann habe ich Stress.“ Aber diesem Stress kann man vorbeugen. Wie, dass will der Chefarzt der Gevelsberger Fliedner Klinik und anerkannte Stress-Experte seinen Zuhörern heute in einer Woche – am Mittwoch, dem 22. Oktober, ab 19 Uhr, in einem Vortrag im Stadtcafé Theodor im Krankenhausgebäude verraten.

Durch den Stress zum Burnout

Wenn Edel über Stress und auch Burnout als Konsequenz daraus spricht, dann merkt sein Zuhörer eines sehr schnell: Es ist ein sehr komplexes Thema, über das der Mediziner berichtet. Stress ist für ihn und andere Fachleute nicht das, was manche Menschen glauben zu brauchen, um eine gewisse Leistung erbringen zu können: „Das ist für mich eher eine Aktivierung.“ Der eigentliche Stress sei immer negativ besetzt.

Es gebe viele Faktoren, die Stress auslösen können, sagt Edel. Bei der Frau könnte es zum Beispiel auch eine Schwangerschaft sein: „Aber auch eine Krankheit, eine Hitzewelle über 40 Grad, Probleme in der Beziehung oder berufliche Schwierigkeiten können Stress auslösen.“ Stress komme durch eine subjektive Überforderung. Man müsse seine Situation analysieren. Beispiel Stress am Arbeitsplatz. Der auslösende Faktor sei meist nicht, dass die übernommenen Aufgaben nicht mehr zu bewältigen seien, sondern oft sei es so, dass die nötige Anerkennung für die geleistete Arbeit einfach fehle.

Im Kampf gegen den Stress, so der Chefarzt, sei es wichtig die eigene Lage zu erforschen: „Was kann ich ändern, was nicht?“ Wenn die Pflege der Mutter, die an Alzheimer leidet, den Menschen überfordert, „dann können wir zum Beispiel uns fragen, warum die Geschwister nicht helfen?“ Auch ein Chef könne einsehen, dass gewisse Aufgaben zwar wichtig und dringend, aber nicht von einem Moment auf den anderen lösbar sind.

Für solche Erkenntnisse müsse der Mensch lernen „im hier und jetzt zu leben“, er müsse mehr Selbstbewusstsein entwickeln und auch seine richtigen Grenzen kennenlernen. „Wir machen das hier in der Klinik in Gevelsberg bei den Patienten mit Rollenspielen“, sagt Edel, obwohl Spiel wohl eigentlich falsche Wort ist: „Da hat der Teilnehmer fast genauso Angst davor, von seinem Chef entlassen zu werden, wie im richtigen Leben.“

Den Patienten falle es oft schon schwer zu antworten, wenn sie nach ihren Grundbedürfnissen gefragt werden, eine Antwort zu geben. Dabei seien die eigentlich gleich: „Selbstwertstärkung, Handlungskontrolle, Beziehungen und Spaß, Lust sowie Freunde.“ Wer viele Freunde hat, der besitzt also auch einen Schutz vor Stress? „Natürlich“, sagt Edel. Freunde seien Menschen, die einen loben würden, die mit einem Spaß haben, die einen ernst nehmen.

Auch Sport kann helfen

Auch der Sport könnte helfen: „Der ist eigentlich unerlässlich für den Menschen. Wir sind nicht als Schreibtischtäter gebaut.“ Aber auch einfache Übungen könnten bei der Bewältigung von Stress helfen. Eine sei, die Muskeln anzuspannen, sie dann wieder zu entspannen und sich buchstäblich fallen zu lassen. Solche praktischen Übungen will Dr. Marc-Andreas Edel bei der Veranstaltung „Stress und Burnout - Vorbeugen und Begegnen“ im Rahmen der Reihe Chefarzt-Vorträge in der Fliedner Klinik Gevelsberg vorstellen.

 
 

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