Die Stadt will den Bahnhof nicht verkaufen

Dass etwas passiert ist sicher, wann noch nicht hundertprozentig. Stand jetzt favorisieren die Stadt Ennepetal und der Förderverein des denkmalgeschützten Gebäudes eine gemeinsame Lösung ohne Verkauf.
Dass etwas passiert ist sicher, wann noch nicht hundertprozentig. Stand jetzt favorisieren die Stadt Ennepetal und der Förderverein des denkmalgeschützten Gebäudes eine gemeinsame Lösung ohne Verkauf.
Foto: WP

Ennepetal..  Das Gerücht, die Stadt würde das Bahnhofsgebäude an den Förderverein Denkmal Bahnhof Ennepetal verkaufen, macht seit Tagen die Runde in der Stadt. „Dies war einmal eine denkbare Option, die jedoch nicht zum Zuge kommen wird“, teilen Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und der stellvertretende Fördervereinsvorsitzende Dieter Dummann unisono auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Das Stadtoberhaupt geht sogar noch weiter: „Stand jetzt wird die Stadt Ennepetal den Bahnhof überhaupt nicht verkaufen.“ Daher laufen weiterhin konstruktive Gespräche zwischen der Verwaltung und dem Förderverein, auf welche Weise der Bahnhof am Sinnvollsten saniert werden kann.

Unsichere Fördergelder des Landes

Die Abbruchvariante war ebenso schnell vom Tisch wie eine sukzessive Reparatur im Bedarfsfall, die lediglich die Verkehrssicherheit erhalten würde. Bleiben zwei Finanzierungsmöglichkeiten, über die das denkmalgeschützte Gebäude vom Schandfleck in ein Prunkstück umgewandelt werden kann. Die erste ist die Variante, Landesfördermittel aus dem Topf „Initiative ergreifen“ zu bekommen. Das Städtebauprogramm ist allerdings an gewisse Bedingungen geknüpft, wie Dummann erläutert: „Dann dürfen maximal 20 Prozent kommerziell genutzt werden.“ Wäre das das Aus für die Diskothek Rocket, die erst vor einem knappen Jahr ihre Pforten geöffnet hat? „Nein“, sagt Dummann. „Die Fläche, die das Rocket nutzt, liegt unterhalb dieser Grenze.“

Doch diese Variante erscheint den Machern von Stadt und Förderverein derzeit als zu unsicher. „Wir sind ja bereits seit vier Jahren vom Land dafür qualifiziert und haben immer noch keine Ahnung wann und ob wir überhaupt Fördergelder für das Bahnhofsgebäude bekommen“, sagt Wilhelm Wiggenhagen.

Logische Folge aus diesem Hinhalten des Landes NRW und dem niedrigen Zinsniveau: Derzeit laufen die regelmäßigen Gespräche zwischen der Stadt Ennepetal und dem Förderverein darauf hinaus, eine Möglichkeit zu finden, die Sanierung frei zu finanzieren und bei der dringend erforderlichen Instandsetzung zu kooperieren.

1,36 Millionen Euro Kosten

Die Kosten hierfür bezifferte die Stadtverwaltung im April auf 1,36 Millionen Euro. Hier muss deutlich weniger Rücksicht auf die Nutzungsmöglichkeiten genommen werden. Aus Sicht des Fördervereins ist klar, dass er auch in diesem Fall den Betrieb des Gebäudes übernehmen möchte. „Welche Finanzierungsvarianten für diese Möglichkeit diskutiert werden, dazu kann ich mich noch nicht äußern“, sagt Dieter Dummann. Denn grundsätzlich sind verschiedene Modelle für das Gebäude möglich. So könnte die Stadt Eigentümerin bleiben, der Förderverein fungiere als Auftraggeber für die Sanierung und als Betreiber des Gebäudes. Neben Krediten könnten auch Gönner und Sponsoren bei der Finanzierung helfen.

Die seinerzeit diskutierte Möglichkeit des Verkaufs an einen privaten Investor, der nach der Sanierung zu festgelegten Bedingungen der Stadt beziehungsweise dem Förderverein das Gebäude überlässt, scheint ebenfalls keine Alternative mehr zu sein. „Aktuell soll das Gebäude überhaupt nicht verkauft werden“, sagt Wilhelm Wiggenhagen.

Planungen stehen bereits

Wann die Pläne, die die Ennepetaler Architekten und Fördervereinsmitglieder Dieter Dummann und Wolfgang Frey ausarbeiten, umgesetzt werden, steht derzeit noch nicht fest. „Aber“, so Dummann, „im Prinzip ist die Planung schon konkret und es wird sich definitiv etwas am Bahnhof tun.“

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