Die Schönheit der Region auf 56 Kilometern

Die Heilenbecker Talsperre ist Start und Ziel der 56 Kilometer langen Runde um Ennepetal, die beim  neunten EN-Bürgermeister Lauf- und Wandertag komplett oder in Teilstrecken absolviert werden kann.
Die Heilenbecker Talsperre ist Start und Ziel der 56 Kilometer langen Runde um Ennepetal, die beim neunten EN-Bürgermeister Lauf- und Wandertag komplett oder in Teilstrecken absolviert werden kann.
Foto: Jonas Güttler

Ennepetal.  Egal ob man alle oder nur eine der fünf Teilstrecken am kommenden Sonntag, 30. August, beim Bürgermeister Lauf- und Wandertag absolviert, die Landschaften rund um Ennepetal führen einem Kultur, Historie und Vegetation vor Augen, die man so schnell nicht vergessen wird. Insgesamt können 56 Kilometer erkundet werden, die Teilstrecken sind zwischen 10 und 13 Kilometer lang. Verantwortlich sind die Sportfreunde Ennepetal, Skigemeinschaft Ennepetal, Wandergruppe Rund-um-Ennepetal, TuS Ennepetal und die Stadt Ennepetal. Alle Gruppen werden durch ortskundige Wanderführer begleitet, ein Shuttle-Bus bringt die Teilnehmer vom Bremenstadion aus zu den einzelnen Startpunkten. Nach jeder Etappe gibt es die Möglichkeit, mit dem Bus zurück zum Bremenstadion zu fahren. Voranmeldungen für alle Strecken sind im Internet unter www.sportfreunde-ennepetal.de möglich. Der Kostenbeitrag für Verpflegung und Organisation beträgt fünf Euro je Streckenabschnitt oder 20 Euro für alle fünf Teilstrecken, zahlbar am Veranstaltungstag. Nachmeldungen sind bis 30 Minuten vor Abfahrt der Busse auch am Veranstaltungstag im Bremenstadion möglich.

1 Schönheit für Frühaufsteher

Heilenbecker Talsperre bis Meier am Külchen

Startpunkt ist die Heilenbecker Talsperre, die von 1894 bis 1896 erbaut wurde, und früher als Wasserreservoir für die Hammerwerke und Schleifkotten an der Heilenbecke diente. Entlang ihrem Ufer führt der Weg wenig später bergauf in Richtung Ebinghausen. Durch die dort beheimatete bäuerliche Ansiedlung, hinein in den Wald, stößt man schließlich auf die B 483 und erreicht das erste Etappenziel „Am Schlagbaum“. Bergab durch Wälder und Bachauen hat man später die Gaststätte „Spreeler Mühle“ vor Augen. Sie liegt am Spreeler Bach, der in seinem weiteren Verlauf im Ennepetaler Weiler Mühlenfeld in die Stauwurzel des Beyenburger Stausees (ein Aufstau der Wupper) mündet, das nächste Ziel dieser naturverbundenen Route. Dann beginnt der „steile“ Aufstieg zum „Bilsteiner Kopf“. Mit Blick auf Königsfeld geht es weiter zur Gaststätte „Maier am Külchen“.

2 Drei-Städte-Tour:

Meier am Külchen bis Bahnhof Ennepetal

Los geht es an der Gaststätte „Maier am Külchen“ (Külchen 163). Leichten Schrittes macht man sich auf über Wald- und Wiesenwege gen Schwelm. Dabei geht es jedoch das ein oder andere Mal bergauf und bergab. Vorbei führt der Weg am Industriegebiet Oelkinghausen in Richtung Haus Martfeld, welches am östlichen Rand der Kreisstadt Schwelm liegt und aus einer mittelalterlichen kleinen Wasserburg hervorging. Seit 1962 dient das Haus der Unterbringung des regional- und stadtgeschichtlichen Museums. Hier geht es gemeinsam durch den beliebten Park bevor sich schließlich das Helios Klinikum vor einem auftut. Von dort aus führt die Wanderung zum Strückerberg; der Grenze von Schwelm und Gevelsberg. Über den Strückerberger Höhenweg führt der Weg nun weiter durch herrliche Pferdewiesen gen Osten. Über den Mönninghof gelangt man schließlich ans Ziel dieser zweiten Etappe: dem Ennepetaler Bahnhof. Nach einer Stärkung an dieser historischen Stätte kann es dann weitergehen.

3 Wald und Berge für Ambitionierte

Bahnhof Ennepetal bis Hasperbach Ahlberg

Wer jetzt noch fit ist, der wird bei der dritten Teilstrecke vielleicht etwas ins Schwitzen geraten. Denn es geht, getreu dem Motto, auf und ab durch den Gevelsberger Stadtwald. Beginnend am Bahnhof führt der Weg direkt zum Kruiner Tunnel und hinauf in die Höhe. Ein inzwischen gut begehbarer Weg führt bergan nach Meininghausen. Von hier oben genießt man bei klarem Wetter einen herrlichen Ausblick in den nördlichen Ennepe-Ruhr-Kreis und ins Ruhrgebiet. Interessant sind aber auch die vom Heimatverein Voerde aufgestellten Hinweisschilder, die wissenswerte Informationen zum Meininghauser Haferkasten (alter Kornspeicher) und einem nunmehr versandeten ehemaligen Flachsteich bieten. Bergauf und bergab durch Mischwald geht es schließlich zur Siedlung Jellinghausen, die zu den ältesten unserer Gegend gehört und auf das 7. bis 8. Jahrhundert zurück greift. Weiter über Störringen, Braband (Gut Braband Ökohof) bis hin zu den Häusern „Hinterer Vosswinkel“. Danach geht es steil bergab durch den Buntebach entlang am Hasperbach zum nächsten Verpflegungspunkt „Am Ahlberg“.

4 Natur pur mit Weitsicht

Hasperbach Ahlberg bis Pedden­öde

Vom tiefsten Punkt Ennepetals, dem Hasperbach (165 m), führt der Weg durch das große Kettelbachtal bergauf zum höchsten Punkt, dem Sportflugplatz „Wahl“: Ein langer Anstieg, der über Waldwege und Waldpfade führt. Von hier aus geht es schließlich wieder bergab, vorbei an Schlackehalden, die aus der Zeit der mittelalterlichen Eisengewinnung stammen. Bezeichnungen wie „Sinnerhoop“ oder „Schmiedestatt“ weisen darauf hin. Als Etappenziel erwartet alle die Hasper Talsperre. Sie wurde nach Plänen von Otto Intze zur Trinkwasserversorgung gebaut und ist 1904 eröffnet worden. Das gestaute Gewässer ist der Hasperbach. Als Vorbecken dient der Schöpplenberger Teich. Bei der Querung der Sperrmauer erblickt man einen Fjord mit waldgesäumten Buchten. Weiter geht es ins Naturschutzgebiet Hasper Bach. Dieser wird an einer Stelle überquert, welche als „Wagenfurt“ bezeichnet wird. Große Steine sorgen dafür, dass die Füße der Wanderer trocken bleiben. Nun steigt der Weg an bis Oberbauer. Etwas unterhalb ist der höchste Punkt Ennepetals zu sehen: Oberkotthausen. Hier wurde 2009 vom „Freistaat Oberbauer“ ein Gipfelkreuz errichtet. Später geht es an der Siedlung Kohlstadt vorbei, entlang am Sieper Bach nach Peddenöde.

5 Schlussspurt für Langschläfer

Peddenöde bis Heilenbecker Talsperre

„Peddenöde“ bedeutet im übertragenen Sinne „sumpfiges Tal“. Und trotz des feuchten Untergrundes siedelten sich hier schon früh Menschen an. So wurden bereits im Jahre 1486 zwei Steuerpflichtige im Schatzbuch der Grafschaft Mark erwähnt. Heute befindet sich dort das Hauptwerk der Firma Alfred Thun. Auf dem Parkplatz startet die letzte Teilstrecke. Oberhalb der Ennepe führt ein Waldpfad hinauf zum „Brauck“. Hier lagen früher die beiden Reckhämmer „Auf dem Braucke“. VGewandert wird dann über den Hof Niederhesterberg bis hin nach Ennepetal-Burg. Der Bauernhof ist wohl das älteste seit Jahrhunderten ununterbrochen bewohnte Haus an der Ennepe. Die Route führt weiter durch ein Wiesengelände durch einen Mischwald hinab an jene Stelle, an der sich einmal das Wasserwerk Ahlenbecke befand. Der letzte längere Anstieg über Forstwege in Richtung Filde folgt; vorbei am Einzelhaus „Hölken“ bis in die Ortschaft Herminghausen. Auf diesen Höhenwegen kann man einen traumhaften Ausblick auf Rüggeberg erhaschen und sogar bis weit nach Homberge schauen. Ein Wanderweg, der früher eine stark befahrene Handelsstrasse war, führt die Aktiven hinab zur Staumauer der Heilenbecker Talsperre - dort wo am frühen Morgen alles begann.

 
 

EURE FAVORITEN