Die Nerven genauso gespannt wie die Saiten

Petar Culic belegte beim Nachwuchswettbewerb den 1. Platz.
Petar Culic belegte beim Nachwuchswettbewerb den 1. Platz.
Foto: Bastian Haumann

Gevelsberg.. Ausdrucksstark, technisch perfekt: Der Kroate Petar Culic überzeugte an der Gitarre und gewann den ersten Preis beim internationalen Wettbewerb des Gevelsberger Gitarrenfestivals.

Das Finale fand am Montag in der Erlöserkirche statt. Bis hierher war es für die Gitarristen ein langer Weg. Schon vor dem Finale musten sie sich zweimal in einer Vorausscheidung miteinander messen und ein immer längeres Programm spielen. Fünf konnten sich behaupten. Neben Petar Culic spielten: Juan Carlos Arancibia (Peru), Tristan Angenendt (Deutschland), Cem Celiksirt (Türkei) und Kunhwa Lee.

Die Nervosität war den jungen Gitarristen anzumerken. Vor jedem Stück atmeten sie tief und hörbar, ein letzter Seufzer, bevor sie ihr Programm von bis zu 30 Minuten vortrugen. Die Spannung war zum Greifen, die Zuhörer in der Kirche waren so still, dass jedes andere Geräusch – ein Räuspern, ein Rutschen auf dem Sitz, sogar das Einspielen aus den Nebenräumen – laut und klar zu hören war. Manch einer der jungen Musiker zeigte sich davon beeindruckt.

Cem Celiksirt ließ sich von seiner Nervosität vollends aus dem Konzept bringen, baute Patzer ein, die ihn eine Platzierung kosteten. Juan Carlos Arancibia, der zwar mit seiner Sonata op. 47 überzeugte, stolperte in den anderen Stücken über allzu schnell gespielte Läufe, die er unsauber spielte. Doch sammelte er die meisten Sympathiepunkte mit einer kleinen Rede zu Beginn seines Auftritts. „Im Programm steht, ich komme aus Südamerika – aber das ist ja kein Land!“, beanstandete er. „Ich komme aus Peru.“ Seine lockere Art sorgte beim Publikum für ein Schmunzeln.

Tristan Angenendt aus Deutschland, ein Schützling von Hubert Käppel, dem künstlerischen Leiter des Festivals, zeigte dagegen grundsolide Gitarrenarbeit, mit bodenständigem Ausdruck und technischer Brillianz. Vielleicht fehlte ihm am Ende das südamerikanische Temperament, das bei Juan Carlos Arancibia immer wieder durchschimmerte, um den ersten Platz zu belegen. Angenendt musste sich schließlich mit einem guten zweiten Platz begnügen.

Sieger darf sechs Konzerte geben

Kunhwa Lee aus Südkorea spielte als letzter Gitarrist und erspielte sich mit seinem Programm den dritten Preis. Das Ergebnis, das Hubert Käppel noch am selben Abend in lockerer Runde im Musikschulkeller verkündete, erahnten manche der Zuhörer schon im Vorfeld.

Eine Besonderheit: Statt wie zunächst angekündigt bei vier Konzerten bekommt der Sieger Petar Culic sogar die Gelegenheit, sechs Konzerte zu geben. Das Preisgeld für den zweiten Platz beträgt 500 Euro und für den dritten Platz 250 Euro.

INFO:

Die Siegerehrung für den Wettbewerb erfolgt am heutigen Mittwoch (4. April) in der Pause des Meisterkonzerts in der Erlöserkirche, Elberfelder Straße 16.

Zu hören sind ab 20 Uhr zunächst das Duo Cem Celiksirt und Ozan Coskun mit Werken von Malats, Domeniconi, Albeniz und Rodrigo.

Nach der Pause spielen Detlef Tewes (Mandoline) und Frank Gerstmeier (Gitarre) Walzer von Enrique Granados, Tango von Astor Piazzolla sowie Stücke von Carlo Munier und Pablo de Sarasate.

Karten gibt es zum Preis von 13 Euro (ermäßigt 9 Euro) an der Abendkasse.

 
 

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