Die Mittelstraße ist der Marktführer im Süden

Blick in die obere Mittelstraße.
Blick in die obere Mittelstraße.
Foto: www.blossey.eu

Gevelsberg..  „In den 70er und 80er Jahren haben die Menschen gesagt: In Gevelsberg wird gewohnt, in Ennepetal gearbeitet und in Schwelm gekauft. Das ist längst nicht mehr so“, kommentierte CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Günther Adrian den Bericht des City-Managers Frank Manfrahs in der Sitzung des Gevelsberger Stadtrats. Auch die anderen Parteien sangen Lobeshymnen auf den Gevelsberger Einzelhandel, der die Menschen aus der Umgebung inzwischen wieder anzieht. „Ohne Pro-City wäre die Innenstadt nicht, was sie ist“, stellte Bürgermeister Claus Jacobi der gesamten Stadtmarketinggesellschaft eine Bestnote aus.

Nur zehn leere Geschäfte

Manfrahs hatte den Politikern auch nur gute Botschaften ins Gevelsberger Rathaus mitgebracht. In den vergangenem fünf Jahren habe sich die Zahl der leer stehenden Geschäfte in der Innenstadt von 20 auf 10 halbiert. Bei insgesamt 226 Ladenlokalen in der Innenstadt ist das eine Traumquote 4,42 Prozent. „Das Angebot in der Gastronomie hat sich seit dem Jahr 2008 verdreifacht“, so der City-Manager. Das vielfältige Angebot an Speisen und Getränken sei einer der Gründe für die Menschen aus der Umgebung, nach Gevelsberg zu kommen. Lücken im Angebot, wie zum Beispiel ein fehlender Fotoladen, seien kurzfristig geschlossen, die Qualität des Angebots angehoben worden.

Gäste aus Nachbarstädten

An den verkaufsoffenen Sonntagen kämen inzwischen die Hälfte der Besucher und damit auch Käufer von jenseits der Gevelsberger Stadtgrenzen. Die meisten aus Ennepetal, gefolgt von Schwelm und Sprockhövel. Anfangs sei es ein Marketing-Gag gewesen, die Mittelstraße an solchen Tagen für den Verkehr zu sperren. Heute sei es eine Notwendigkeit. „Inzwischen kommen so viele Menschen an den verkaufsoffenen Sonntagen, dass sie nicht mehr alle auf die Bürgersteige passen.“ Das zeige auch, wie richtig es gewesen sei, die Sonntage mit Themen zu besetzen. Da gibt es den Gevelsberger Frühling, den Boulevard, die Büchermeile und den Martinsmarkt.

Bei solchen Veranstaltungen lege Pro-City großen Wert darauf, dass Vereine, Kirmesgruppen und andere Institutionen einbezogen werden, zum Beispiel die Besucher bewirten. „Wir fördern den Lokalpatriotismus“, so Manfrahs.

Es sei auch nicht selbstverständlich, dass rund 150 Spender in Gevelsberg insgesamt 30.000 Euro für die Weihnachtsbeleuchtung aufbringen, ohne dass um jeden Cent gebettelt werden müsste, wie in anderen Städten. Natürlich gebe es eine Konkurrenz zwischen den Innenstädten im Süden des Ennepe-Ruhr-Kreises. Das sei ganz natürlich. „Aber, wir sind der Marktführer“, zog Manfrahs eine selbstbewusste Bilanz.

Nachfolger für Aldi-Markt

In der anschließenden Diskussion gab es von den Parteien keine Kritikpunkte und nur wenige Anregungen. Das Wunsch der Linken, mehr für die Stadtteile zu tun, kann Manfrahs auch in Zukunft nicht erfüllen, weil er dafür nicht zuständig ist. Gerd Vollmerhaus blickte als Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten mit etwas Kummer auf den oberen Teil der Mittelstraße, der vom Angebot abfalle. Der ehemalige Aldi-Markt stehe immer noch leer. Auch für Manfrahs ist das ärgerlich: „Die Räume sind problematisch. Sie werden schon so lange nicht mehr genutzt, da muss alles nach links gedreht werden. Inzwischen würde ich dort auch ein für die Innenstadt nicht relevantes Angebot akzeptieren.“ Es sei aber ganz natürlich, dass sich am Rand einer Einkaufszone Anbieter wie zum Beispiel Fahrschulen ansiedeln würden.

Positive Entwicklung

Bürgermeister Claus Jacobi sah aber auch positive Tendenzen: „Durch die Investitionen von Baltin ist zum Beispiel der Umzug des Herrenausstatters Axels möglich geworden.“ Auch habe sich gerade im Oberteil der Mittelstraße ein herausragendes Gastronomie-Angebot entwickelt. Aber an einen Marktführer werden eben immer hohe Ansprüche gestellt.

 
 

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