Der Tatort-Bösewicht kommt aus Gevelsberg

Thomas Kautenburger ist am Sonntag im Tatort „Eine Handvoll Paradies“ zu sehen.
Thomas Kautenburger ist am Sonntag im Tatort „Eine Handvoll Paradies“ zu sehen.
Foto: WP
Der Gevelsberger Thomas Kautenburger ist im nächsten Tatort als Rocker-Boss zu sehen. Von den 21 Drehtagen stand er zwölf vor der Kamera.

Gevelsberg..  Nicht erschrecken: Der Bösewicht im nächsten ARD-“Tatort“ ist ein Gevelsberger. Thomas Kautenburger spielt am kommenden Sonntag einen Rocker-Boss mit dem schönen Namen „Mutti“. Der Mann in der Lederkluft macht in der Folge „Eine Hand voll Paradies“ seinem Schauspieler-Kollegen Devid Striesow als neuer Ermittler Jens Stellbrink in Saarbrücken das Leben schwer.

Eine Hauptrolle in einem Tatort. „Das ist schon der Aufstieg in die Erstliga des Fernsehens“, sagt Kautenburger ein wenig ehrfurchtsvoll vor dem eigenen Erfolg. Seit fünf Jahren lebt der Schauspieler nun schon in Gevelsberg. Sein Lieblingsplatz ist der Strückerberg: „Dort ziehe ich mit meinem Hund Ronja jeden Tag eine Stunde lang meine Runden.“ „Die Liebe“, so sagt der 51-Jährige, habe ihn dazu gebracht, von Köln in den Ennepe-Ruhr-Kreis zu ziehen.

Und inzwischen hat sich der gebürtige Saarländer auch in seine neue Heimat verliebt. „Das ist hier ein für mich ausgezeichneter Menschenschlag“, urteilt der Mime, der die Rolle des Bösewichts im Fernsehen anscheinend für sich abonniert hat. „Die Leute hier gehen aufeinander zu. Das ist super-stark.“ Es klingt ein wenig Begeisterung mit. Auch die Landschaft sei ganz anders als am Rhein, wo er mit der Mentalität der Einheimischen nicht so gut klar gekommen sei.

Und der Weg zum Arbeitsplatz – besser gesagt: zum Drehort – ist auch nicht weiter. Der Schauspieler steht in allen Teilen Deutschlands vor der Kamera. Allein im vergangenen Jahr konnten die Krimi-Fans den Gevelsberger in drei Folgen des „Tatorts“ sehen. „Aber es waren eher Nebenrollen“, zeigt sich Thomas Kautenburger von seiner bescheidenen Seite. Er spielte außerdem in weiteren erfolgreichen Serien wie „Alarm für Cobra 11“ und „Danni Lowinski“ oder den „Anrheiner“ zur besten Sendezeit mit.

Bis letzte Woche stand Kautenburger für ein neues ARD-Projekt mit dem Titel „Zwischen den Zeilen“ als Jupp Klowitzky vor der Kamera. Daneben übernimmt der vielseitige Schauspieler auch Synchronarbeiten. Vielleicht öffnen sich am Sonntag auch noch ein paar weitere Türen für Thomas Kautenburger. Darauf ist ein freier Schauspieler, der kein festes Arrangement an einem Theater hat, angewiesen.

Zu der Hauptrolle im „Tatort“ sei er gekommen, „weil mein Agent im richtigen Augenblick bei dem zuständigen Redakteur der Sendung beim Saarländischen Rundfunk angerufen hat. Er meinte, die Rolle würde zu mir passen“. Der Redakteur lud den Gevelsberger dann zu einem Casting ins Saarbrücker Staatstheater ein. Die Konkurrenz war groß, die Rolle begehrt: „Allein an dem Tag, an dem ich vorgesprochen habe, waren noch fünf oder sechs andere Schauspieler-Kollegen dabei.“

Aber zuletzt fiel die Wahl dann auf ihn. 21 Tage dauerten die Dreharbeiten, zwölf davon stand der Gevelsberger vor der Kamera.

Und Kritiker, die die Folge bereits vorab gesehen haben, bezeichnen ihn als „Mutti“, Boss der Rocker-Gang „Dark Dogs“, noch am meisten glaubwürdig in einer eher skurrilen Ausgabe des Tatorts. „Das ist eine außergewöhnliche Folge mit schrägen Momenten, nichts von der Stange“, sagt Thomas Kautenburger selbst.

Der Saarbrücker Krimi sei eben sehr humorvoll, mit außergewöhnlichen und auch schönen Bildern, schwärmt der hauptamtliche Bösewicht. Einmal hat der 51-Jährige sich schon in „Eine Hand voll Paradies“ gesehen. Die Tatort-Folge feierte nämlich ihre Premiere auf der diesjährigen Berlinale. Der Besuch an der Spree sei deshalb für ihn ein ganz besonderes Erlebnis gewesen.

Auch wenn „sein“ Tatort am kommenden Sonntag in der ARD über den Bildschirm flimmert, wird Thomas Kautenburger nicht in seiner Wahlheimat sein: „Ein paar meiner Kollegen, die in der Folge auch Rocker gespielt haben, kommen aus Trier. Sie wollen dort so etwas wie ein Public Viewing organisieren.“ Und da muss ihr Boss natürlich auch dabei sein, auch wenn er „Mutti“ heißt.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen