Der Bauer kommt aus Gevelsberg

Klaus Bröking
Der Gevelsberger Michael Bernecker ist der Bauer im Kölner Dreigestirn.
Der Gevelsberger Michael Bernecker ist der Bauer im Kölner Dreigestirn.
Foto: WP

Gevelsberg.  „Das ist ein Ding, finde ich“, kommt Michael Sichelschmidt, Chef vom Kirmesverein, ins Staunen. Warum er sich wundert? Der Bauer im Kölner Dreigestirn, dem Symbol des Karnevals rund um den Dom, ist ein Gevelsberger. Michael Bernecker wurde hier geboren und hat das Gymnasium absolviert. Inzwischen ist er Professor für Marketing und Betriebswirtschaft an der Hochschule Fresenius in Köln, geschäftsführender Gesellschafter des Deutschen Instituts für Marketing und Vorstand der You-Magnus AG.

Abitur in Gevelsberg

Privat hat der Bauer „made in Gevelsberg“ also eher wenig mit der Landwirtschaft zu tun. Dafür mit Humor: Seit mehr als sieben Jahren ist der Wissenschaftler, den es nach dem Abitur im Jahr 1987 in Gevelsberg an die Universität Siegen verschlug, im Kölner Karneval aktiv. Er ist unter anderem Mitglied im Senat der Kölner Funken Artillerie. Also mit Ennepe-Wasser getauft, um am Rhein die Menschen zum Lachen zu bringen.

Dem neuen Dreigestirn scheint das zu gelingen. Die Kölner, die nicht immer gnädig mit dem Aushängeschild ihrer närrischen Tage umgehen, scheinen begeistert zu sein. „Dieses Dreigestirn ist nicht nur galaktisch, es ist sensationell“, meinte zum Beispiel Kurt Freischläger, Präsident bei der Mädchensitzung der Karnevalsgesellschaft Fürstenberg. Das überlieferte der Kölner Stadt-Anzeiger

Tanzen ist die Stärke

Michael Bernecker steht als Bauer auf der Bühne neben Prinz Björn Griesemann und Jungfrau Hermia alias Jens Hermes. Das Dreigestirn hat sich etwas einfallen lassen, um das Publikum zu begeistern. „Selber singen können wir nicht so gut“, räumt Prinz Björn ein. Also wird, als Abwechselung zu den Vorgängern, vor den Menschen getanzt.

Da kann man sich vor allen Dingen auf die Erfahrung von Jungfrau Jens Hermes verlassen. Der Karnevalist trainiert mehrere Tanzpaare von Traditionsgesellschaften, die bei den Sitzungen in der Kölner Narrenzeit nicht fehlen dürfen. Er hat mit seinen beiden Mitstreitern hart trainiert und für sie eine eigene Choreographie ausgearbeitet. Von „Kumm loss mer danze“ über „Echte Fründe“ bis „Hätz vun d’r Welt“ und „Du bes die Stadt“ sind die Gassenhauer des Kölner Karnevals dabei, die man selbst in Westfalen kennt. Es gibt einen Walzer der Jungfrau mit dem Prinzen, und beim „Buuredanz“ glänzt auch der Bauer: „Rächs eröm un links eröm.“ „Doch wenn die Jungfrau zum Finale in den Spagat geht, wird das Zelt zum Tollhaus“, schwärmt der Kölner Stadt-Anzeiger. Aber Hermes wolle nicht alleiniger Mittelpunkt bei den zahlreichen Auftritten des Dreigestirns in Köln und Umgebung sein: Die Zugabe tanzten die drei Herren stets zu dritt. „Ich bin gespannt, ob sie den Tanz-Marathon bis Aschermittwoch ohne Verletzungen durchstehen“, warnt schon Bernhard Conin, Chef von Köln-Kongress.

Und, wer weiß: Vielleicht wird Bauer Michael Bernecker auch einmal im Gevelsberger Karneval ein Tänzchen wagen.