Der alte Wunsch nach einem langen Leben

Jörn Peter Schröder, zweiter Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde (rechts) , und Dr. med. Ulrich Müschenborn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Helios-Klinikums Schwelm, stellen ein historisches Medizinbuch vor.
Jörn Peter Schröder, zweiter Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde (rechts) , und Dr. med. Ulrich Müschenborn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Helios-Klinikums Schwelm, stellen ein historisches Medizinbuch vor.
Foto: WP

Schwelm..  Es ist wohl der größte Wunsch des Menschen, das eigene Leben zu verlängern. Bereits 1797 beschäftigte sich der Arzt Christoph Wilhelm Hufeland in seinem Buch „Makrobiotik oder die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern“ mit diesem essentiellen Ansinnen des Menschen.

Gehirn für maximal 120 Jahre

Das Buch ist Teil der Sammlung der Historischen Bibliothek des Hauses Martfeld. Jörn Peter Schröder, zweiter Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde, stellte das Werk Hufelands, seine zentralen Thesen sowie sein Leben und Wirken den rund 40 Zuhörern im Haus Martfeld vor. Dr. med. Ulrich Müschenborn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Helios-Klinikums Schwelm, nahm zu den Thesen Hufelands Stellung aus der heutigen Sicht eines Arztes.

„In seinem 500 Seiten starken Buch gibt Christoph Wilhelm Hufeland Tipps, die auch noch Anwendung finden“, fasst Jörn Peter Schröder zusammen. So rät Hufeland beispielsweise zu einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung. Hufelands These, dass der Mensch bei entsprechenden Verhaltensweisen auch 200 Jahre alt werde könne, zauberte ein Schmunzeln in die meisten Gesichter der Zuhörer.

In diesem Punkt widersprach Dr. Ulrich Müschenborn allerdings Hufeland. „Heute wissen wir, dass das menschliche Gehirn maximal 120 Jahre bestehen kann“, so der Mediziner. Er fand aber auch zahlreiche Übereinstimmungen der heutigen Medizin mit Hufelands Thesen. So forderte Hufeland beispielsweise den Menschen auf, nicht zu rauchen. Müschenborn bestätigt: „Wer 10 Zigaretten am Tag raucht, lebt durchschnittlich 9,4 Jahre kürzer.“

Eine Garantie, alt zu werden, gibt es allerdings nicht. Aber: Man kann etwas dafür tun. Dr. Müschenborn rät, das eigene Gewicht zu kontrollieren, sich ausgewogen zu ernähren, sich ausreichend zu bewegen, auf den eigenen Körper zu hören, gut zu schlafen, Vorsorgeuntersuchungen zu machen und seinen Impfstatus zu überprüfen. Er verabschiedete sich mit einem Hufeland-Zitat von seinen Zuhörern: „Vorbeugen ist besser als Heilen.“

2500 Bände mit 1800 Titeln

Die Rückfragen der Gäste bezogen sich auf heutige Sorgen. So fragte eine Zuhörerin nach den Gefahren des Krankenhaus-Keims MRSA. „Wir untersuchen jeden Patienten bei Aufnahme in unserer Klinik auf diesen Keim und nehmen dann die nötigen Maßnahmen vor“, beruhigt der Ärztliche Direktor des Helios-Klinikums Schwelm.

Die Historische Bibliothek Haus Martfeld umfasst rund 2500 Bände mit 1800 Titeln. In ihrer Zusammensetzung und aufgrund der Herkunft der Bücher ist sie von großem Wert. Die ältesten Titel der Bibliothek sind: Bibel, Straßburg 1535; Luther: [Annus Christi]. circa 1530 und Luther: [Annus Christi]. circa 1550. Mit seiner aufwändigen Ausstattung zählt das 1625 in Frankfurt gedruckte Kräuterbuch des Tabernæmontanus zweifelsfrei zu den attraktivsten Exemplaren im Haus Martfeld. Ein zweites, restauriertes, Exemplar des Kräuterbuchs des Tabernæmontanus wurde 1664 in Basel gedruckt. Es war für mehrere Jahrhunderte das Standardwerk für Mediziner und Apotheker und erschien bis in das 18. Jahrhundert in zahlreichen Auflagen.

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