Das Hülsenbecker Tal bewegt die Ennepetaler

Großes Interesse: Bürgermeisterin Imke Heymann freut sich, dass so viele ihre Einladung ins Hülsenbecker Tal wahrgenommen haben.
Großes Interesse: Bürgermeisterin Imke Heymann freut sich, dass so viele ihre Einladung ins Hülsenbecker Tal wahrgenommen haben.
Foto: WP

Ennepetal..  Das Hülsenbecker Tal bewegt die Ennepetaler. Etwa 120 Interessierte nahmen am Samstag die Einladung von Bürgermeisterin Imke Heymann wahr, die ihre Sprechstunde für den Stadtteil Altenvoerde aufgrund der aktuellen Diskussionen zur Informationsveranstaltung über die Arbeiten im und Pläne für das Tal umfunktioniert hatte.

Heymann und die Vertreter der Stadtbetriebe Ennepetal (SBE) stellten klar, dass die aktuell zur Gefahrenabwehr in die Wege geleitete Trockenlegung des Schwanenteichs zur Entlastung des maroden Dammes keineswegs bedeuten würde, dass der Teich unwiederbringlich verloren ist. Vielmehr solle jetzt ein Prozess beginnen, in dem Verwaltung, Politik und Bürger gemeinsam erarbeiten, wie das Naherholungsgebiet künftig aussehen soll. Die Bürgermeisterin kündigte an, dass es am Donnerstag, 7. April, einen Bürgerdialog und eine Bürgerwerkstatt geben werde, in der alle Interessierten Wünsche und Anregungen für die Neugestaltung des Hülsenbecker Tals äußern können.

SBE-Vorstand Wolfgang Schrey und Abteilungsleiter Thomas Pflug hatten den Bürgern zunächst am Damm selbst erklärt, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden und wie die nächsten Schritte aussehen. Inzwischen ist die Hülsenbecke oberhalb des Schwanenteichs mittels Sandsäcken umgeleitet und in ein Rohr geführt worden, das in den unteren Teich mündet. Die Fische wurden durch Mitglieder des Sportfischereivereins Ennepetal am Samstag von oben nach unten umgesetzt. Am heutigen Montag soll damit begonnen werden, das Wasser aus dem oberen Teich abzupumpen. Anschließend muss der darunter liegende Schlamm trocknen, um ihn dann ebenfalls entfernen zu können. Der Damm soll mit dem sinkenden Wasserspiegel nach und nach abgetragen werden. Ist dies erfolgt, wird die Hülsenbecke wieder aus der Verrohrung befreit.

In der anschließenden Fragerunde verteidigten die Stadtvertreter die getroffenen Maßnahmen. „Die Fakten, die mir vorliegen, lassen keine andere Lösung zu, als den Damm abzutragen“, so Wolfgang Schrey. Bohrungen hätten ergeben, dass dieser durchnässt sei. Eine Trocknung sei nicht möglich. Darüber hinaus sei es ohnehin oft teurer, ein altes Bauwerk zu sanieren als es wegzunehmen und durch einen Neubau zu ersetzen.

Thomas Pflug erklärte zudem, dass die Untere Wasserbehörde auf Grundlage der gutachterlichen Bewertung unmissverständlich klar gemacht habe, dass der Damm zur Gefahrenabwehr abgetragen werden müsse. „Wenn wir das nicht machen würden, würde die Untere Wasserbehörde eine Ordnungsverfügung erlassen“, so Pflug. Dagegen könne die Stadt zwar klagen, „doch kein Gericht würde angesichts des Gutachtens die Verfügung außer Kraft setzen.“

Neuanlage des Teichs möglich

Mehrere der Anwesenden äußerten die Befürchtung, dass es keinen Teich mehr geben werde, wenn der Damm einmal weg sei. „Dann wird kein neuer Damm mehr gebaut, wegen der Vorschriften und des Geldes“, hieß es beispielsweise. Wolfgang Schrey widersprach: „Wenn wir einen neuen Teich haben wollen, dann wird es einen geben“, betonte er. „Wo der sein und wie er aussehen wird, das müssen wir aber erst noch ermitteln.“ Schließlich seien im Hülsenbecker Tal geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes zu treffen. Man befinde sich aber auch permanent im Gespräch mit der Unteren Wasserbehörde, die die Stadt in der Sache unterstütze.

Am Ende der Fragestunde hatten sich die Wogen offenkundig etwas geglättet. „Ich bin davon ausgegangen, dass die Teiche wegkommen“, sagte ein Bürger. Nachdem, was er in der Diskussion gehört habe, gehe er nun mit einem guten Gefühl weg. Bürgermeisterin Imke Heymann äußerte die Hoffnung, die anwesenden Bürgerinnen und Bürger am 7. April in der Werkstattveranstaltung wiederzusehen.

 
 

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