Das geschah nach der Eisenwerk-Pleite

Dr. Lothar Albano-Müller erläuterte beim Business Breakfast, was mit der Firma SAT aus der Eisenwerkpleite entstanden ist.
Dr. Lothar Albano-Müller erläuterte beim Business Breakfast, was mit der Firma SAT aus der Eisenwerkpleite entstanden ist.
Foto: WP

Schwelm.  Die Firma hat die Stadt Schwelm und ihr Berufsleben über Generationen geprägt. Es gibt kaum einen Schwelmer, der nicht selbst beim Eisenwerk gearbeitet hat oder zumindest jemanden in der Verwandtschaft besitzt, der dort angestellt war. Das ist seit elf Jahren Geschichte. Doch aus dem ehemaligen Eisenwerk ging die Schwelm Anlagentechnik GmbH (SAT) hervor – gestern Veranstaltungsort des letzten Business Breakfast der Wirtschaftsförderagentur des Ennepe-Ruhr-Kreises in diesem Jahr.

Dr. Lothar Albano-Müller stelle den vielen Dutzend Unternehmern, die in aller Früh nicht nur aus dem EN-Kreis sondern auch aus Ruhrgebietsstädten und dem Sauerland angereist waren, die Geschichte des Unternehmens vor: Gründung, Aufstieg, Niedergang, Neuorientierung, Status Quo, Ausblick. 1886 ging es los.

Zu Blütezeit beschäftigte das Schwelmer Eisenwerk 2200 Mitarbeiter. Im Jahr 2003 wickelte Dr. Albano Müller schließlich die Insolvenz ab. Hauptverantwortlich aus seiner Sicht für das Unternehmen, das – vereinfach gesagt – Tanks baute: Probleme auf dem wichtigen Flüssiggassektor und der Zusammenschluss großer Ölgesellschaften. „Dadurch musste in Deutschland 1500 Tankstellen geschlossen werden. Weil der Tankstellenbau unser größter Sektor war, war dies ein Schlag ins Kontor. Wir kamen um die Insolvenz nicht mehr herum.“

Pleite war auch Startschuss

Die Pleite war aber auch der Startschuss für SAT. Eisenwerk’sche Dimensionen hat die GmbH zwar niemals ansatzweise erreicht, dennoch „haben wir uns seit 2003 sehr erfolgreich entwickelt“, teilte Dr. Albano-Müller seinen Gästen mit.

Aktuell beschäftigt die Firma 65 Angestellte für das laufende Jahr rechnet man mit 22 Millionen Euro Umsatz. Das Tätigkeitsfeld und die Kompetenzen haben sich dabei im Gegensatz zum Eisenwerk gar nicht großartig verschoben, sind vielmehr in die Moderne überführt worden.

Erdgasverdichterstationen, Zapfsäulen, Druckerhöhungsanlagen, Tanklagertechnik, Umschlaganlagen und vor allem die Biogastechnik sind aktuell die Geschäftsfelder, die SAT bestellt. „Vor allem Biogas entwickelt sich rasant. Wir können kaum noch nachkommen“, sagt der Geschäftsführer, der mit der Firma vor allem Kunden aus der Chemieindustrie, der Automobilindustrie und der Gasversorgung bedient. Die Zukunft sieht Albano-Müller im Flüssigerdgas. „Gerade für Lkw und die Schifffahrt ist dieser Treibstoff interessant.“ Ein weiterer Aspekt auf lange Sicht sei Wasserstoff als Antrieb. „Aber das ist Zukunftsmusik“, sagte Albano-Müller bevor bei einer Werksführung das Hier und Jetzt zeigte.

 
 

EURE FAVORITEN