Bundes-Linke empört über Ratsherrn

Ennepetal.. In Ennepetal weiß die Linke nicht, was die Rechte tut. Oder vielleicht doch? Bei den Bundes-Linken stößt der Kuschelkurs von ihrem Ennepetaler Ratsherren Wilhelm Völlmecke mit dem Ex-NPD-Mann André Hüsgen deutlich auf Ablehnung.

„Das ist eindeutig falsch aus unserer Sicht und wird mit Sicherheit auch auf Landes-und Kreisebene auf Ablehnung stoßen”, erklärte gestern der Pressesprecher der Bundestagsfraktion der Linken, Hendrik Thalheim, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Es sei politischer Wille, dass versucht werde, die Linken in örtlichen Gremien zu stärken; doch keinesfalls, in dem man sich mit denen verbünde, die die Linken grundsätzlich bekämpfen und die rechts außen stünden. Hier heilige der Zweck auf keinen Fall die Mittel, so Thalheim in seiner grundsätzlichen Stellungnahme: „Ich kann noch nicht absehen, welche Maßnahmen die Landes- und Kreisfraktion ergreifen werden.“

Darüber konnte auch Karl-Heinz Tillert gestern noch keine Auskunft geben. Dazu werde eine außerordentliche Sitzung einberufen. „Dem will ich nicht vorgreifen”, so der Sprecher des Ortsverbandes Südkreis Die Linke gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hüsgen und Völlmecke haben zwar ein Ratsmandat, aber keinen Fraktionsstatus, der mit besonderen Rechten verbunden ist. Die Gemeinde gewährt Fraktionen aus Haushaltsmitteln Zuwendungen, zum Beispiel ein Sitzungszimmer. Zudem geht es um Stimmrechte und Sitze in Ausschüssen. Im Rat einer kreisangehörigen Gemeinde muss eine Fraktion mindestens aus zwei Mitgliedern bestehen.

Bevor Hüsgen bei der im Jahre 2009 bei der NPD eintrat, war er über zehn Jahre lang bei den Republikanern. Der Buchhalter war Mitglied der Bezirksregierung Wuppertal-Oberbarmen und behielt nach dem Austritt aus der NPD sein Ratsmandat.

Aufruf unterschrieben

Bei der Kommunalwahl im Jahr 2010 bekam die NPD 2,1 Prozent und erlangte somit ein Ratsmandat. Hüsgen trat zudem -- wie auch Völlmecke von den Linken – als Bürgermeisterkandidat für Ennepetal an. Er erreichte 1,6, Völlmecke 2,8 Prozent der Stimmen.

Auch Völlmecke unterschrieb den Aufruf der Linken im Jahr 2009: „Wir, die Linke in Ennepetal, unterstützen den Aufruf der Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit. Wir empfänden es als unerträglich und beschämend, wenn es Kandidaten der NPD tatsächlich gelingen sollte, in den Rat unserer Stadt einzuziehen. Bitte lassen Sie sich nicht von falschen Versprechungen und dumpfen Hetzparolen einer menschenverachtenden braunen Ideologie blenden.“

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