Buch über Schwelms Mitte von 1600 bis heute

Als E-Book im Internet zu finden: Dr. Robert Seckelmann veröffentlicht seine Publikation unter www.heimatkunde-schwelm.de.
Als E-Book im Internet zu finden: Dr. Robert Seckelmann veröffentlicht seine Publikation unter www.heimatkunde-schwelm.de.
Foto: Bernd Richter

Schwelm..  Zu Beginn stand das geschichtliche Interesse an Schwelm, die durch den Zweiten Weltkrieg hervorgerufenen Zerstörungen und die Jahre des Wiederaufbaus bis 1957 zu erforschen und darzustellen. Herausgekommen ist ein wissenschaftlich exaktes Buch in fünf Teilen, das weit über den ursprünglichen Ansatz hinaus die städtebauliche Entwicklung von „Schwelm-Mitte von 1600 bis heute“ aufzeigt. Geschrieben hat es Prof. Dr.-Ing. Robert Seckelmann. Zu finden ist es als E-Book auf dem neuen Internetportal „heimatkunde-schwelm.de“ in der Rubrik „Forum Aktuelles“.
„Meine Suche nach Unterlagen war so erfolgreich, dass ich den Rahmen zeitlich vom Jahr 1600 bis heute erweitern und den Blick auf die Stadt geografisch einengen musste“, sagt Dr. Seckelmann. Ins Zentrum seiner Recherchearbeit rückte für den 84-Jährigen die Stadtmitte, in der er selbst aufgewachsen ist.

Ab 2002 mit dem Thema befasst

Der ehemalige Mathematikprofessor der Wuppertaler Gesamthochschule hat in vielen Archiven angefragt und gesagt, dass er ein Buch über die Geschichte Schwelms schreiben möchte. „Alle waren extrem entgegenkommend, auch im Schwelmer Bauamt“, lobt Seckelmann die gute Unterstützung.
Im Ruhestand hat sich Robert Seckelmann etwa ab 2002 intensiv mit der Entwicklung der Stadt befasst. Er hat die vorhandene Literatur studiert und alle ihm zugänglichen Unterlagen in Archiven der Stadt gewälzt. Oft waren diese einfach Sammlungen von Akten, Karten, Bildern. Auch unsere Zeitung hatte in den zurückliegenden Jahren mehrfach über das Anliegen des Dr.-Ing., der von 1975 bis 1984 als Vertreter der FDP im Rat der Stadt Schwelm wirkte, berichtet. „Dadurch habe ich zahlreiche Gespräche führen können und Leihgaben von Bild- und Textsammlungen bekommen. Hinzu kommen meine eigenen Kenntnisse und Erinnerungen und Dokumente, die ich im Internet gefunden habe“, erinnert sich Seckelmann.

In den Jahren 2006/2007 und 2008 sind einige Aufsätze des Schwelmers in den Jahresgaben des Vereins für Heimatkunde veröffentlicht worden. „Was ich jetzt veröffentlicht habe, ist eine ganz gründliche Überarbeitung und Erweiterung meiner Forschungen“, sagt der Autor, der inzwischen zu einem intimen Kenner der Stadtgeschichte emporgestiegen ist. Was der Hobby-Historiker Klaus Peter Schmitz an Geschichten über die einst in Schwelm lebenden Menschen aufgeschrieben hat, hat Dr. Seckelmann zum Thema Stadtentwicklung und Bauhistorie in Gesamtheit erforscht und niedergeschrieben.

Mit der Stadt verbinden den Autor 100 Jahre Familiengeschichte, fünf Generationen, von denen er die mittlere verkörpert. Er wurde Anfang 1932 in Schwelm geboren und lebt - mit einer Unterbrechung von 18 Jahren für das Studium in Aachen und Berlin und Arbeit in den USA - seither hier. Seine Geburtsurkunde wurde noch von einem Preußischen Standesamt Schwelm ausgestellt.

Seine Großeltern väterlicherseits sind etwa 1914 mit ihren Söhnen von Gevelsberg nach Schwelm gezogen, in einem kurz nach der Märkischen Bahn gebauten Häuserblock in der Nordstraße. Seine ersten Lebensmonate hat auch er dort verbracht. Am 3. März 1945 wurden die Häuser, wie andere und kleine Betriebe in der Nähe, durch Sprengbomben zerstört. Eine Immobilienabteilung des Schwelmer Eisenwerks kaufte die Ruinen und Grundstücke und baute die Nordstraße wieder auf.

Radio Seckelmann

Sein Vater hatte 1927 ein Rundfunkgeschäft gegründet. 1936 kauften seine Eltern ein 100 Jahre zuvor gebautes Haus, Teil einer Zeile von Fachwerkhäusern in der heutigen oberen Bahnhofstraße, und zwar das niedrigste und schmalste und ziemlich baufällig. Beim Kauf waren darin Danielsmeier mit einem Geschäft für Obst, Gemüse und Südfrüchte sowie der Damen- und Herrenfriseur Adolf Matzerath, die beide auch mit ihren Familien dort wohnten. 1938 war darin im Erdgeschoss Radio Seckelmann mit Laden, Büro und Werkstatt, und darüber wohnte die wachsende Familie. Am 3. März 1945 wurden diese Fachwerkhäuser und ein wesentlicher Teil von Schwelm-Mitte durch Brandbomben total zerstört.

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