Brauerei-Verein ist zuversichtlich

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Schwelm. Noch sind Hopfen und Malz nicht verloren. Diese Zuversicht strahlt der Verein für den Erhalt und die Förderung der Schwelmer Brautradition aus, der in Eigeninitiative einen Investor für die Schwelmer Brauerei finden will. Denn die Zeit drängt: Bis zum 30. September muss alles in die Wege geleitet worden sein, ansonsten kommt das Inventar der Brauerei unter den Hammer.

Vorwurf: Potente
Investoren abgewiesen

„Wir möchten, dass das Thema allen im Gedächtnis bleibt und nicht einfach vergessen wird“, erklärt Jörn Habicht, einer von ca. 150 Demonstranten am Mittwoch (wir berichteten), sein Engagement. Nachdem die Bierfreunde auf ihrem Weg in die Fußgängerzone auf ihrem gesamten Weg wiederholt lautstark mit Sprechchören auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht hatten, war die Zahl der Kundgebungsteilnehmer am Bürgerplatz auf über 200 angestiegen.

Der Vereinsvorsitzende Claus Kaiser und die Unternehmensberaterin Yvonne Daniel erneuerten ihre Kritik an Insolvenzverwalter Manfred Gottschalk, der ihnen zufolge „potente und interessierte Investoren an der Brauerei abgewiesen habe“. Bürgermeister Jochen Stobbe soll seine Teilnahme an der Demo aufgrund eines anderen Termins abgesagt haben.

Michael Zander unterstrich, dass es ein Fehler gewesen sei, zwei Jahre lang auf den Insolvenzverwalter „reingefallen“ zu sein, der stets vermittelt habe, dass die Brauerei schwarze Zahlen schreibe und die Zukunft der Schwelmer Brautradition gesichert sei. Zander kritisierte außerdem die Gesellschaft für Stadtmarketing und die Politik, da man sich von diesen Institutionen nicht ausreichend unterstützt sehe. Auch die Beteiligung der Schwelmer Nachbarschaften bezeichnete Zander als „zu gering“, woraufhin die Dacho- Vorsitzende und stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor spontan an das Mikrofon trat und den Demonstranten stellvertretend für alle Nachbarschaften zusicherte, dass diese hinter der Erhaltung der Schwelmer Brauerei stünden und eine Kritik an der „zu geringen“ Beteiligung der Nachbarschaften unangebracht sei.

Nachbarschaften stehen hinter der Brauerei

„Die Nachbarschaften haben aufgrund der neuen Auflagen für die Heimatfestzugswagen derzeit einen größeren Arbeitsaufwand zu bewältigen als sonst“, erläuterte Sartor.

Barbara Lingnau präsentierte in ihrer Rede potenzielle Zukunftsperspektiven für die Brauerei: „Als ich vor 14 Jahren meine Arbeit in der Brauerei begann, war jeder stolz, in diesem traditionsreichen Unternehmen zu arbeiten, die Nachbarschaften waren stark beteiligt, wodurch sich ein großes Maß an Bürgernähe zeigte. Mein Traum ist, das eines Tages wieder erleben zu dürfen“. Um dies zu erreichen müsse ein Gastronomie-Betrieb an die Brauerei angeschlossen werden, so Lingnau. Außerdem berichtete Lingnau im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sie selbst bereits mit einem potenziellen Investor gesprochen habe und die Zusammenarbeit zwischen einem Investor und dem Verein die optimale Umsetzung aller Interessen darstellen könne.

Gleiches bekräftigte auch die Unternehmensberaterin Yvonne Daniel. Zum einen sei das Interesse an Genossenschaftsanteilen seitens der Bürger sehr groß. Zum anderen versichert Daniel, dass Investoren da seien, sie aber aus „irgendwelchen Gründen nicht zum Zug kommen“. „Aus diesem Grund werden wir nun rechtliche Schritte einleiten,“ erklärte der Mitorganisator der Demonstration, Claus Kaiser.