Brand in Gevelsberg vermutlich durch Zigarette ausgelöst

Der Wohnungsbrand in Gevelsberg wurde vermutlich durch eine brennende Zigarette ausgelöst. Dank der aufmerksamen Nachbarn ist nicht noch Schlimmeres passiert.
Der Wohnungsbrand in Gevelsberg wurde vermutlich durch eine brennende Zigarette ausgelöst. Dank der aufmerksamen Nachbarn ist nicht noch Schlimmeres passiert.
Foto: WP
Ein 51-jähriger bettlägeriger Gevelsberger ringt um sein Leben, nachdem am Montagabend in seiner Wohnung ein Feuer ausgebrochen war. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Mann den Brand wohl selbst durch eine brennende Zigarette ausgelöst.

Gevelsberg. Um 21.44 Uhr schrillten die Sirenen in Gevelsberg. Die hauptamtliche Besetzung der Wache sowie alle drei Löschzüge rasten in die Bahnhofstraße, wo Anwohner einen Brand gemeldet hatten. Eine aufmerksame Nachbarnin schreckte durch die Rauchmelder, die in der Brandwohnung in der ersten Etage piepten, auf und verständigte umgehend die Feuerwehr.

Nachbarn evakuierten sofort das Haus

In der Zwischenzeit war auch ihr Mitbewohner nach Hause gekommen. Die beiden klingelten bei den anderen Nachbarn, benachrichtigten sie über den Brand und evakuierten das Haus. Zudem wusste ein anderer Hausbewohner, wo sich ein für Notfälle deponierter Wohnungsschlüssel des 51-Jährigen befand. Dieser ist – so war am Einsatzort zu hören – durch seine Erkrankung an Multipler Sklerose bettlägerig.

Die Nachbarn griffen sich einen Feuerlöscher, der im Hausflur deponiert war, verschafften sich Zutritt zu der Wohnung, in der die Flammen wüteten, und versuchten das Mobiliar sowie den Mann, zu löschen.

Gut, dass in diesem Moment auch die ersten Feuerwehrleute am Einsatzort eintrafen, denn die Nachbarn begaben sich in der verrauchten Wohnung auch selbst in Gefahr, sich zu vergiften. Zum Glück trugen die mutigen Ersthelfer keinen Schaden davon. Mittlerweile waren Feuerschein und Verrauchung auch von außen deutlich zu sehen.

Die 33 Einsatzkräfte der Feuerwehr sperrten den Bereich weiträumig ab und hatten keinerlei Mühe, das Feuer in den Griff zu bekommen. Zusätzlich waren zahlreiche Rettungskräfte in die Bahnhofstraße ausgerückt. Ebenso kam der stellvertretende Bürgermeister Andreas Saßenscheidt zum Unglücksort. Der 51-Jährige, dessen Haut zu etwa 30 Prozent verbrannt sein soll, wurde umgehend mit dem Rettungswagen in ein Bochumer Krankenhaus gebracht. Er schwebte in Lebensgefahr. Gerüchte, nach denen er am frühen Morgen seinen Verletzungen erlegen sein soll, zerschlugen sich schnell. Gegen Mittag gab Polizeisprecher Dietmar Trust schließlich bekannt: „Er wird wohl durchkommen.“

Bettlägeriger Mann laut Nachbarn ein starker Raucher

Brandexperten der Kriminalpolizei nahmen am Dienstag die Wohnung in Augenschein und suchten nach der Brandursache, die am Unglücksabend noch nicht gänzlich geklärt war. Hieß es zunächst, dass ein elektrisches Heizkissen die Flammen ausgelöst hatte, so scheint nun sicher, dass eine Zigarette die Ursache für das Feuer war. Dietmar Trust, Pressesprecher der Polizei: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist er mit einer brennenden Zigarette in seinem Bett eingeschlafen.“ Nachbarn berichteten bereits vor Ort: „Der Mann ist ein starker Raucher.“ Er werde dreimal täglich durch einen Pflegedienst besucht.

Die Hausbewohner, die sich nur schnell warme Anziehsachen griffen und dann fluchtartig das Haus verließen, konnten sich zum Teil in der Nachbarschaft aufwärmen. Nachdem die Feuerwehr das Haus ungefähr eine Stunde lang mit einem großen Gebläse gelüftet hatte und die verbrannten Dinge aus der Wohnung des 51-Jährigen geschafft hatte, untersuchten die Kameraden zunächst die Brandwohnung dahingehend, ob sich hier weitere Glutnester befanden. Als dies ausgeschlossen werden konnte, gingen die Wehrleute mit den Hausbewohnern durch ihre Wohnungen, in die sie im Anschluss wieder zurückkehren konnten. Am Gebäude entstand kein Schaden.

Rauchmelder können Brand verhindern

Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Uwe Wolfsdorff, macht noch einmal darauf aufmerksam, wie wichtig funktionierende Rauchmelder in Wohnungen sind: „Hier wird deutlich, dass ein Rauchmelder lange bevor ein Brand offensichtlich wird die Nachbarn alarmiert und Schlimmeres verhindert, zum Beispiel, dass plötzlich das ganze Gebäude brennt.“

 
 

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