Bedeutung als Radweg

Artikel: „Wo wird das Geld dringender benötigt?“.  Die Straße „Am Werde“ ist ein idyllischer Weg - auf der einen Seite ein bewaldeter Hang unterhalb der S-Bahn-Strecke, auf der anderen Seite der Blick auf die Auenlandschaft der Ennepe. Das lädt zum Spazierengehen ein und hier gibt es auch viele Spaziergänger und Wanderer.


Der Artikel übersieht aber vollkommen, dass die Straße „Am Werde“ auch Teil des Enneperadweges ist und mit der ausgeschilderten „Ennepe-Runde“ zum regionalen (Freizeit-)Radwegeangebot gehört. Darüber hinaus führt die „Rot-Weiß-Beschilderung“ den Radverkehr zwischen Gevelsberg-Innenstadt und Hagen ebenfalls über diese Strecke, sie ist also Teil des landesweiten Radverkehrsnetzes NRW und verbindet gleichzeitig für den innerstädtischen Alltagsradverkehr die Stadtteile Berge-Knapp und Vogelsang mit der Innenstadt, so dass auch Radfahrer auf dem Weg zum Einkaufen oder zum Arbeitsplatz die Straße „Am Werde“ benutzen – und dabei gleichzeitig die Idylle der Landschaft genießen.


Im jetzigen Ausbauzustand befindet sich etwa in der Mitte ein schmaler asphaltierter Streifen, rechts und links davon Fläche mit wassergebundener Decke. Fußgänger, Jogger, Radfahrer usw. – sie alle benutzen am liebsten den trockenen und sauberen Teerstreifen. Für den Radfahrer bedeutet das häufiges Ausweichen. Wegen der Kanten, die sich zwischen den verschiedenen Oberbaumaterialien immer wieder bilden, ist es dabei schon zu Stürzen gekommen (siehe Leserbrief vom 3. Juni 2015 in dieser Zeitung).


Die technischen Betriebe Gevelsberg haben im letzten Sommer die Schlaglöcher in der wassergebundenen Decke ausgebessert und den Weg in einen passablen Zustand versetzt. Durch den Autoverkehr – hier gibt es Anwohner und außerdem ist seit einigen Jahren durch die Beseitigung des Pollers in der Eisenbahnunterführung die Durchfahrt zum Westfeld und damit zur Geerstraße möglich – sind die Schlaglöcher nach wenigen Monaten wieder ausgewaschen. Wer zur Zeit die Strecke auf dem Weg zur Arbeit benutzt, riskiert, mit schmutziger Kleidung am Arbeitsplatz zu erscheinen.


Natürlich kann man als Radfahrer damit leben, dass die Baumaßnahme „Am Werde“ um ein Jahr verschoben wird. Schließlich besteht der jetzige Zustand tatsächlich nicht erst seit gestern – was für den Parkplatz am Sportplatz in Silschede sicherlich aber auch gilt. Die Überschrift des Artikels „Wo wird das Geld dringender benötigt?“ lässt aber befürchten, dass auch im kommenden Jahr der Prioritätenkonflikt wieder zu Ungunsten des Radverkehrs entschieden wird. Vielleicht ist es ja dann der Parkplatz an der Weststraße, der sich ja auch nicht in einem baulichen Optimalzustand befindet. Georg Schäfer, Gevelsberg