Basketball im Rollstuhl: Ein Kraftakt

Bastian Haumann
Auf dem Hof können sich die Besucher im Rollstuhl-Basketball probieren.
Auf dem Hof können sich die Besucher im Rollstuhl-Basketball probieren.
Foto: Bastian Haumann Bastian Haumann

Gevelsberg.  Rund um das Gemeindezentrum? Dann aber bitte nur mit Schirm. Am Sonntag fand das Gemeindefest des Evangelischen Pfarrbezirks Berge/Vogelsang am Gemeindezentrum in Berge statt. Auf dem großen Hof vor dem Gebäude luden zwar überdachte Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein, es gab einen Platz für Rollstuhlbasketball und irgendwo weiter in den Wald hinein konnte geklettert werden. Nur das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung: Regen an, Regen aus. Immer im Wechsel. Die Besucher hielt das aber nicht ab. „Wir sind zufrieden“, fand Pfarrer Thomas Weber.

Ein Blick zur Straße gab ihm recht. Es war schon recht abenteuerlich, einen letzten freien Parkplatz in der Nähe zu finden. Im Inneren des Gemeindezentrums war es nicht nur warm und trocken, sondern auch unterhaltsam. Die Besucher hatten an den langen Tischreihen Platz genommen, ließen sich von dem abwechslungsreichen Programm unterhalten. Ganz besonders begeistert war Pfarrer Weber von dem Circus Basinastak. „Die Artisten balancierten unter anderem mit ihrem Hochrad auf der Bühne. Dort, wo sonst der Altar steht. Das war schon gut“, fand er. Später am Nachmittag trat der Shantychor des Dorfes Am Hagebölling auf, deren Mitglieder Seemannslieder schmetterten. Den Abschluss bildete schließlich die rockigen Klänge der Band Joormade und natürlich die Verlosung toller Preise. Für die glücklichen Gewinner geht es in den Urlaub, nach Willingen oder Winterberg. Den Auftakt des Fests unter dem Motto „Gemeinschaft erleben“ bildete ein gemeinsamer Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchen- und Posaunenchors sowie der Kindergärten Berge und Vogelsang. Sein Thema: „Gegen die Gedankenlosigkeit“.

Gemeinsamer Gottesdienst

Thomas Weber hielt die Besucher des Gottesdienstes an, mehr über die wichtigen Dinge im Leben nachzudenken. „Was geben wir, was bekommen wir? Für was sollen wir dankbar sein?“, gab er als Anregung mit auf den Weg.

Obwohl es am Sonntag immer wieder mal regnete, regelrecht schüttete, gab es auch trockene Phasen, in denen sich Robert, Mace und Dennis – drei Jungs, die gerade mit dem Konfirmationsunterricht angefangen haben – an eine Partie Rollstuhlbasketball wagten. Die Rollstühle hatte die Evangelische Stiftung Volmarstein an das Gemeindehaus verliehen. „Es fühlt sich schon komisch an und man braucht ein wenig Kraft in den Armen“, waren sich die Drei einig. Dennoch: Es sei schwer vorstellbar, seine Beine nicht mehr nutzen zu können. Genau um diese Erfahrung ging es. „Ganz im Zeichen der Inklusion“, sagte Weber. „Denn was wäre, wenn plötzlich eine Bordsteinkante im Weg ist?“ Die Aktion sollte für solche Probleme, die zum Alltagsleben behinderte Menschen gehören, sensibilisieren.

Eigentlich sollten neben dem Basketballplatz auch eine Hüpfburg und ein Menschen-Kicker stehen. „Darauf verzichteten wir aufgrund des schlechten Wetters aber.“ Und auch die Kletterer im Wald gaben schließlich resignierend auf. Trotz kleinerer Abstriche: Es war ein gut besuchtes und unterhaltsames Gemeindefest.