Bange Minuten in der Andy-Hütte

Public Viewing in der Andy Hütte in Ennepetal beim Skiclub Ennepetal.. Foto: Christina Makarona
Public Viewing in der Andy Hütte in Ennepetal beim Skiclub Ennepetal.. Foto: Christina Makarona
Foto: Christina Makarona

Ennepetal.. Die Erleichterung bei den Mitgliedern der Skigemeinschaft Ennepetal war deutlich zu spüren, als die ZDF-Reporterin aus Garmisch-Partenkirchen verkündete: „Es geht im gut“. Gemeint war Andreas Sander, der 21-jährige Skirennläufer aus Ennepetal, der wenige Minuten zuvor während seiner WM-Abfahrt in hohem Tempo in ein Richtungstor fuhr, stürzte und im Fangzaun liegen blieb. Aufatmen in der Andy-Hütte.

Dort versammelten sich am Samstagmittag gut 50 Freunde und Vereinsmitglieder, um Andreas Sanders rasante Abfahrt auf der Großleinwand zu verfolgen und die Daumen zu drücken. Gerade mal 500 Meter Luftlinie entfernt, auf der Teufelswiese, machte der in Schwelm geborene Sportler im Alter von zwei Jahren seine ersten Schritte auf den Brettern, die für ihn heute die Welt bedeuten. Das wussten auch die Live-Kommentatoren des ZDF zu erwähnen.

„Die Idee zum Public Viewing kam uns nach seinen letzten guten Ergebnissen“, erzählt Wolfgang Flamme, der erste Vorsitzende der SG Ennepetal. Am Mittwoch erreichte Sander beim Super-G in Garmisch-Partenkirchen überraschend den 21. Platz und war bester Deutscher. Wolfgang Flamme erinnert sich: „Die gute Platzierung hatten wir gar nicht erwartet, sondern eher auf einen Platz knapp unter den ersten 40 gehofft. Nach dem Erfolg waren die Reaktionen immens hoch.“ Denn nicht nur das WDR-Fernsehen wurde aufmerksam auf Sanders Heimatverein und schickte am Samstag ein Kamerateam. Auch Rundfunkanstalten baten um kurze Interviews. Eine 15-köpfige Fangemeinschaft der Skigemeinschaft hat sich sogar auf den Weg nach Süddeutschland gemacht.

Als das Rennen um elf Uhr beginnt, ist die Stimmung in der Vereinshütte auf Homberge, die mit Deutschland-Fähnchen und „Go, Andy, Go!“-Plakaten aus unserer Zeitung geschmückt ist, noch gelöst. Andi Sander wird erst als 33. auf die Piste gehen. Je näher seine Startnummer rückt, desto angespannter werden seine Fans in der Klutertstadt. Sprechchöre ertönen, als die Kameras ihr Idol um kurz nach zwölf beim Warm machen zeigen.

Schnell werden Kuhglocken von den Wänden geholt, ja sogar Löffel verteilt, um die anstehende Fahrt des Ennepetalers auch akustisch so zu unterstützen. „Wir woll’n den Andi seh’n!“ schallt es durch die Hütte. Gleich geht es los.

Um 12.29 Uhr startet Andreas Sander und die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt. Doch die Fahrt ist nur von kurzer Dauer. Sander stürzt und die Sprechchöre verwandeln sich in Schweigen. Die Wiederholung, die über die Leinwand flackert, bessert die Laune nicht. Nach einigen bangen Minuten die Erleichterung, Sander ist nicht schwer verletzt.

„Vielleicht war es die Aufregung“, analysiert eine Dame in der Andy-Hütte. „Es geht weiter“, ergänzt ihr Gesprächspartner. Auch Wolfgang Flamme ist erleichtert: „Wir sind erst mal froh, dass es ihm gut geht. Er ist noch jung und hat gute Chancen, ein großer Skifahrer zu werden.“ Und letzteres weiß man nicht nur in Ennepetal.

 
 

EURE FAVORITEN