Auf den kulturellen Spuren der Vergangenheit

Schwelm/Ennepetal.  Sie sind aus Ziegel und Lehm geschaffene Zeugen der Vergangenheit. Sie sind kulturelle „Fingerabdrücke“, die uns heute eine Vorstellung vom Leben früher geben: die vielen großen und kleinen Denkmäler in unseren Städten. Oft gehen wir an ihnen vorbei und schauen nicht hin. Dabei haben sie uns viel zu sagen. Welche tollen Geschichten hinter diesen besonderen Orten stecken, können Interessierte beim Tag des offenen Denkmals am heutigen 12. September erfahren. Schwelm und Ennepetal sind gleich sieben Mal mit von der Partie.

Der Tag des offenen Denkmals wird jährlich ausgerichtet und soll den Menschen das kulturelle Erbe und seine Bedeutung näherbringen. Auf die Beine gestellt wird er von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und in diesem Jahr können die Besucher bundesweit mehr als 7700 historische Baudenkmäler, Stätten und Parks hautnah erleben. In diesem Jahr widmet sich der Denkmaltag den Aspekten „Handwerk, Technik und Industrie“. Schwelm ist mit gleich sechs Kulturdenkmälern vertreten, Ennepetal mit einem. Hier der Überblick für Schwelm

Das Brunnenhäuschen

Das Brunnenhäuschen an der Brunnenstraße: Das um 1790 errichtete Backstein-Oktogon besitzt Dreiviertelpfeilervorlagen und Rundbogenfenster. Auf dem als sogenannte Welsche Haube ausgeformten schiefergedeckten Dach befindet sich eine Wetterfahne der Erbauungszeit. Im Innenraum befand sich ursprünglich auf abgesenktem, noch erhaltenen Fußboden der Brunnen der ehemaligen Mineralquelle. Öffnungszeiten heute sind von 11 bis 12 Uhr. Das Brunnenhäuschen kann sonst nicht besucht werden. Eine Führung wird um 11 Uhr angeboten.

Die ehemalige Motte

Bei der ehemaligen Motte handelt es sich um eine Turmhügelburg aus dem 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert östlich der Wasserburg Haus Martfeld. Heute befindet sich dort die von Vincenz Statz erbaute neugotischer Grabkapelle der Familie von Elverfeldt. Öffnungszeiten sind heute von 11 bis 13 Uhr. Eine Führung wird um 11.30 Uhr angeboten.

Der frühere Marktbrunnen

Der ehemalige Marktbrunnen von 1755 befand sich zentral auf dem Altmarkt und hatte ein Steigrohr und Laufwasserbecken. Er war zugleich das Zentrum der Wasserversorgung der Schwelmer Altstadt mit Brunnen und Mühlen. Heute ist davon nur noch die runde Teerabdeckung mitten auf dem kopfsteingepflasterten Altmarkt zu sehen. Cornelia Hackler und Elmar-Björn Krause vom Arbeitskreis Schwelmer Baugeschichte werden um 11 Uhr eine Führung anbieten.

Die Grabkapelle

Die Grabkapelle östlich von Haus Martfeld. Sie wurde 1860 durch Vincenz Statz als Grab-/Gruftkapelle der Familie von Elverfeldt erbaut. Dabei handelt es sich um einen schlichten zweiräumigen neugotischen Bau in Bruchsteinmauerwerk mit Eingangsportal in Sandstein. Über dem Portal hängt das Hauswappen der Familie von Elverfeldt, hinter dem Anbau befindet sich der von schmiedeeisernen Zaun umfriedete ehemalige Privatfriedhof der Familien von Elverfeldt und von Hövel. Die Grabkapelle hat von 12 bis 13 Uhr geöffnet (sonst nicht zugänglich). Um 12 Uhr wird eine Führung angeboten.

Brunnen und Bergbau

Außerdem wird es in Schwelm an diesem Tag zwei Rundgänge geben. Der erste startet um 11 Uhr am Brunnenhäuschen in der Brunnenstraße. Museumsleiterin und Stadtarchivarin Cornelia Hackler wird die Teilnehmer führen. Die einstündige Tour verbindet die ehemalige Mineralquelle an der Brunnenstraße mit der aufgegebenen Bergbauregion der Roten Berge rund um das Museum Haus Martfeld mit dem Stadtarchiv und dem städtischen Museum sowie der Grabkapelle der Familie von Elverfeldt und dem alten Kornkasten von 1538.

Brunnen, Mühlen und Brauer

Treffpunkt für den zweiten Rundgang ist um 15 Uhr am ehemaligen Marktbrunnen auf dem Altmarkt. Die einstündige Tour unter Leitung von Cornelia Hackler und Elmar-Björn Krause führt durch die Schwelmer Altstadt zu Brunnen, Bächen und Mühlen. Neben dem ehemaligen Marktbrunnen von 1755 geht es zur oberen und unteren Mühle mit Mühlenteich sowie zu ehemalige Brauereien und Brennereien. Kontakt: Elmar-Björn Krause, Arbeitskreis Schwelmer Baugeschichte e.V., Tel.: 02336 914717, E-Mail: vorstand@asb-schwelm.de.

Haferkasten in Rüggeberg

In Ennepetal steht der Haferkasten in Rüggeberg im Mittelpunkt. Er wurde 1717 erbaut. Öffnungszeiten sind von 10 bis 17 Uhr. Der Heimatverein Rüggeberg wird nach Bedarf Führungen anbieten. 200 Meter entfernt, im Kirchcafé im Gemeindehaus, wird es von 14 bis 17 Uhr noch Aktionen dazu geben.

 
 

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