Auf dem Weg, katholischer Priester zu werden

Auf dem Weg zum Priester: Daniel Baldus aus Ennepetal.
Auf dem Weg zum Priester: Daniel Baldus aus Ennepetal.
Foto: WP

Ennepetal..  Die Zahl der katholischen Männer, die das Priesteramt anstreben, sinkt seit Jahren kontinuierlich. Im Jahr 2013 waren es nur noch 649. Der Ennepetaler Daniel Baldus ist einer von ihnen. Der 29 Jährige studiert im rheinland-pfälzischen Priesterseminar Sankt Lambert katholische Theologie auf dem dritten Bildungsweg.

Es gab nicht den einen Moment im Leben des 1986 geborenen Mannes. Den einen Fingerzeig, den Blitz auf offener Strecke, das Erweckungserlebnis, Priester werden zu wollen.

Was es aber gab, waren Momente, in denen dem sportlichen Mann im T-Shirt klar war, dass es gut und richtig wäre, in der katholischen Kirche zu arbeiten. Und es gab die Bestätigungen aus dem Umfeld, von Patienten und Arbeitskollegen, von Menschen, mit denen Baldus in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit zusammen arbeitete, das es für ihn passen könnte: Priester sein oder wenigstens als Gemeindereferent arbeiten. Als einen Schritt nach dem nächsten bezeichnet Baldus heute den Weg, den er gegangen ist, bis hin zu der Entscheidung: „Ja, ich wage es“.

„Ich habe in der achten Klasse zum ersten Mal darüber nachgedacht, in der Kirche zu arbeiten“, sagt Baldus, ein offener junger Mann, dessen Sätze druckreif und durchdacht klingen. Kirche gehörte immer dazu. Als Ministrant, als Besucher der Gottesdienste in der Heimatgemeinde, als Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit, später bei der Ausbildung als Gesundheits- und Krankpfleger in einem konfessionell geführten Krankenhaus, bei der Fortbildung in der Kinderkrankenpflege und später auch in der Arbeit in einer Allgemeinpsychiatrischen Klinik in Essen. Bis 2012 dauerte die Findungsphase, dann folgte die „Lebensentscheidung“, die Bewerbungen und das Einholen von Empfehlungen. Ein halbes Jahr Praktikum in einer Gemeinde, um den Entschluss zu festigen und im September 2013 der erste Studientag in Sankt Lambert. Das Leben ist seitdem anders geworden. Das Zusammenleben mit Kommilitonen im Studienhaus, die Theologische Studien und Prüfungen bestimmen jetzt den Alltag. „Ich sehe dieses Studium als große Chance, das Lernen macht mir Freude“, sagt Baldus in seiner gelassenen Art.

Tiefe Religiosität

Tiefe christliche Religiosität erscheint seltsam, in einer Gesellschaft, in der mehr Menschen die Gemeinschaft der christlichen Kirchen verlassen als beitreten, in denen Kirchenbänke immer leerer werden. Daniel Baldus hat sie. Gottes Wort ist für ihn wenigstens fühlbar, die Lektüre der Bibel Fingerzeig. In seiner Erklärung, warum er Priester werden möchte, schreibt er: „Priester werden, bedeutet für mich (...): Nicht mein Wille geschehe, sondern SEIN Wille geschehe.

Dabei ist ER es, der mir immer wieder sagt ,Ich habe Dich geschaffen, und so wie Du bist möchte ich mit Dir an meinem Plan handeln.’

Rede Herr, dein Diener hört!“

Als Exoten sieht sich Daniel Baldus nicht, auch wenn er weiß, dass seine Entscheidung eine heutzutage seltene ist. Er lebe auch weiterhin ein Leben, das in der Welt ist, sagt er. Freundschaften auch außerhalb des Seminarhauses zu pflegen, ist ihm wichtig.

Wenn alles so verläuft, wie vorgesehen, wird Daniel Baldus 2019 die Priesterweihe erhalten. Er wird dann mit elf weiteren Männern aus seinem Studienjahr in den kirchliche Dienst eintreten – wo, darüber wird der Bischof entscheiden.

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