Arbeitskreis will Lobby fürs Stadtarchiv sein

„Kaum noch arbeits- und funktionsfähig“. Das Urteil des Arbeitskreises über die aktuelle Situation des Stadtarchives – hier der Eingang zum  öffentlich zugänglichen Teil im Haus Martfeld – ist eindeutig.
„Kaum noch arbeits- und funktionsfähig“. Das Urteil des Arbeitskreises über die aktuelle Situation des Stadtarchives – hier der Eingang zum öffentlich zugänglichen Teil im Haus Martfeld – ist eindeutig.
Foto: WP

Schwelm..  Aktive Nutzer des Schwelmer Stadtarchivs und stadthistorisch interessierte Bürger haben sich zusammengeschlossen, um sich für die Interessen des Archivs stark zu machen und der Einrichtung eine neue Perspektive zu geben.

Der zu diesem Zwecke gegründete Arbeitskreis Stadtarchiv hat nun eine Erklärung abgegeben, deren Unterzeichner Marc Albano-Müller, Wolfgang Eberle, Dr. Klaus Figge, Dr. Hans Graf, Dr. Klaus Koch, Doris Kübler, Dr. Klaus Leemhuis, Stud.-Dir. Karl-Joseph Oberdick, Klaus-Peter Schmitz, Frank Schneider, Werner Schröter, Antje Springorum und Dr. Robert Seckelmann sind.

Für die Unterzeichner stellt sich die Situation aktuell wie folgt dar: „Durch mehrjährige Vernachlässigung ist das Archiv heute kaum noch arbeits- und funktionsfähig. Dabei stellt es einen wertvollen Schatz dar, mit historischen Unterlagen aus mehreren Jahrhunderten und der Geschichte einer alten und selbstbewussten Stadt.“

Das Stadtarchiv, so sieht es der Arbeitskreis, sei nach dem Ausscheiden des letzten, eigentlichen Stadtarchivars, Gerd Helbeck, zunehmend in die Krise geraten. In der Erklärung heißt es wörtlich: „Geringschätzung und Unverständnis für kulturelle Fragen bei den verantwortlichen Entscheidern brachten schließlich sogar die kostbaren Bestände in Gefahr“. Gemeint ist damit der eher zufällige Fund mehrerer Kartons mit historisch wertvollen Dokumenten in einem Container vor Haus Martfeld. Das Archivmaterial war eigentlich für die Vernichtung bestimmt.

Gegen diese Abwärtsentwicklung des Stadtarchives hätten sich Archivleiterin Cornelia Hackler und Archivbetreuer Detlef Weinreich lange engagiert versucht durchzusetzen. „Es gelang ihnen zuletzt nicht mehr, auch deshalb, weil die Unterstützung und das aufmerksame Hinsehen der Bürger fehlte“, ist der Arbeitskreis überzeugt.

Langjährige Erfahrung einbringen

Das soll sich nun ändern. Die Unterzeichner der Erklärung wollen den weiteren Weg des Stadtarchivs eng begleiten und ihn mitgestalten. Sie alle würden über zum Teil langjährige Erfahrung in der Archivnutzung nicht nur in Schwelm, sondern auch in anderen Städten verfügen und wollen diese Kompetenz der Neuausrichtung zugute kommen lassen.

Der Arbeitskreis erklärte, dass bereits Vorschläge ausgearbeitet wurden, die der Bürgermeisterin übergeben werden. Unter den Beteiligten bestehe große Einigkeit über die nötigen, nächsten Schritte in der Archivfrage. In der gemeinsamen Erklärung heißt es dazu: „Das wiederhergestellte Stadtarchiv Schwelms soll einen offenen, herzlichen und einladenden Charakter haben. Jeder Schwelmer, ob mit entstehendem oder schon erwiesenem Interesse, wird motiviert und unterstützt, zur Erkundung der Stadtgeschichte beizutragen. Besonders der Familienforschung wird große Bedeutung zugemessen, denn sie ist in vielen Fällen der erste Schritt zu einem erwachenden, geschichtlichen Interesse. Das neue Archiv versteht sich dazu als professioneller Dienstleister und als Initiativgeber zugleich.“

Diese Ausrichtung werde auf die Ideen und die ehrenamtliche Beteiligung von Nutzern und Bürgern zurückgreifen können, versprechen die Unterzeichner. „Wir haben uns zusammengefunden, um dazu Initiative und Zeit einzubringen. Wir freuen uns über Jeden, der sich mit uns hinter das Anliegen stellt“.

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