Angehende Kirchenmusiker überzeugen in Christuskirche

Schwelm..  Angehende Kirchenmusiker müssen sich in der Endphase ihres Studiums mit einem Konzert in der Öffentlichkeit vorstellen. Die Chance, dies in der Schwelmer Christuskirche zu tun, ergriffen Jinyoung Pack (26) und Maximilian Friedrich (23) aus der Klasse von Jürgen Kursawa an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf am Freitagabend.

Beide spielten je ein Werk von Johann Sebastian Bach und eines von César Franck. Die Koreanerin Jinyoung Pack wählte Bachs Toccata und Fuge d-Moll (BWV 538). Sie ging das Werk konzertant an, mit häufigen Manualwechseln auf der großen Tzschöckel-Orgel und betonte die Tutti- und Solo-Stellen durch stimmige Registrierungen. Die schwierige Fuge, auch mit freien Passagen, spielte sie forsch und sicher. Francks Werk (Choral Nr. 2, h-Moll) mit düsterem Bass-Thema fasste sie, ganz der Stilistik der französischen Orgelsymphonik entsprechend, als farbenreiches Klanggemälde auf. Sie betonte die sich immer wieder aufbauende Dramatik mit schönen dynamischen Wechseln.

Auch Maximilian Friedrich spielte sein Franck-Werk (Choral Nr. 3, a-Moll) als wuchtiges und farbiges Klanggebilde. Anschaulich arbeitete er die Kontraste von Choralthema und umspielenden Figuren heraus und betonte das Wogende und Wellenartige in der Musik durch geschickten Einsatz des Schwellwerks. Auch Bachs Triosonate in C-Dur (BWV 529) war bei dem jungen Kirchenmusiker in besten Händen: Ein fröhliches, verspieltes Allegro mit differenziert gestalteten Stimmen, ein kantables Adagio von süßer Traurigkeit und ein spritziges Schluss-Allegro mit gar nicht einfachen fugierten und kanonisch durchgeführten Themen gelang in bester Manier und überzeugte die leider nur wenigen Zuhörer.

Einer rief zur Orgelempore hin­auf: „Wir hätten noch Zeit“, und bekam postwendend eine Zugabe.

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