Anerkennung für wertvolles Engagement

Sie standen im Mittelpunkt der Feierstunde im Foyer des Hauses Ennepetal: 86 engagierte Frauen und Männer
Sie standen im Mittelpunkt der Feierstunde im Foyer des Hauses Ennepetal: 86 engagierte Frauen und Männer
Foto: WP

Ennepetal..  „Unser Gemeinwesen funktioniert nur, weil Mitbürger sich ehrenamtlich dafür einsetzen.“ 86 dieser engagierten Frauen und Männer, die Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes, gestern im Haus Ennepetal mit dieser Aussage meinte, erhielten eine nützliche Anerkennung für ihren Einsatz: die Ehrenamtskarte.

Beim dritten Versuch klappte es endlich: Schon bei der jüngsten Verleihung der Karte sowie beim Ehrenamtstag im vergangenen Juli hatte Guntram Schneider seinen geplanten Besuch kurzfristig absagen müssen. Gestern nun konnte er an der Feierstunde für die Ehrenamtler im Foyer des Hauses Ennepetal teilnehmen. „Wenn sie wollen, haben sie noch einen Termin bei mir gut“, sagte er zum Abschluss seiner Rede.

Schneider hatte zuvor betont, dass er froh sei, der Veranstaltung beizuwohnen. „Anerkennungskultur hat etwas zu tun mit der Form, wie eine Auszeichnung an diejenigen, die diese Auszeichnung verdient haben, übergeben wird“, sagte er. In diesem Sinne hatte die städtische Ehrenamtsbeauftragte Sabine Hofmann ein unterhaltsames Programm zusammengestellt. Den musikalischen Rahmen gestaltete die Band „Major Minor“ um den ehemaligen Leiter der städtischen Musikschule, Paul G. Minor. Und Thorsten Hamer und Christiane Breucker, die Leiter des Leo Theaters, sorgten mit drei Loriot-Sketchen für viel Spaß – darunter der legendäre Ehestreit am Frühstückstisch um das Ei. Das Leo Theater zählt neuerdings, wie auch die AVU, zu den Vergünstigungsgebern für die Ehrenamtskarteninhaber.

Wie schon gewohnt bedienten Mitglieder der Ratsfraktionen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung gestern die Ehrenamtlichen.

Sabine Hofmann und Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen überreichten die Ehrenamtskarten sowie eine Rose und bedankten sich bei den Geehrten herzlich für ihren Einsatz. „Ihr Einsatz ist wichtig für die Stadt. Sie sind auch da tätig, wo wir uns zurückziehen mussten, auch aus wirtschaftlichen Gründen“, hatte Wiggenhagen in seiner Begrüßungsrede gesagt. „Ohne sie wäre das soziale Klima in Ennepetal wesentlich kälter.“ Der Bürgermeister begrüßte unter den Gästen den heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Hubertus Kramer sowie die beiden Bürgermeisterstellvertreter Anita Schöneberg und Manfred Drabent.

Spaß muss dabei sein

Guntram Schneider machte die Bedeutung des freiwilligen Engagements deutlich „Ohne Ehrenamtliche gäbe es keine funktionierende freiwillige Feuerwehr, niemand käme in Pflegeheime, um dort den Bewohnern vorzulesen und die Sportvereine hätten kaum Übungsleiter. Das ist eine traurige Vorstellung.“ Der Minister wies auch darauf hin, dass das Thema Flüchtlinge eine große Herausforderung darstelle.

In diesem Zusammenhang erklärte er, dass diejenigen, die sich für eine vermeintliche Rettung des christlichen Abendlandes einsetzen würden, eine Spaltung der Gesellschaft in Gut und Böse, in Willkommen und Nicht-Willkommen vornähmen. „Das passt nicht zusammen“, sagte Schneider. Auf der anderen Seite gebe es aber auch ausgehend von der Zivilgesellschaft eine unglaubliche Solidarität mit Flüchtlingen. Dieses Thema benannte er als eine wichtige Zukunftsaufgabe, bei der ehrenamtlicher Einsatz eine wichtige Rolle spiele, ebenso wie vor dem Hintergrund des demographischen Wandels auch im Pflegebereich.

Guntram Schneider gab den Geehrten abschließend mit auf den Weg, dass Ehrenamtlichkeit auch Spaß machen müsse. Gestern Abend, so hatte es den Anschein, hatte die Ehrenamtlichen eine ganze Menge davon.

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