Alte Technik für junge Menschen

Der chemie-Leistungskurs aus Mönchengladbach war im Industriemuseum zu Besuch. Foto: Volker Speckenwirth
Der chemie-Leistungskurs aus Mönchengladbach war im Industriemuseum zu Besuch. Foto: Volker Speckenwirth
Foto: Volker Speckenwirth (WR)

Ennepetal.. Frank Sladek steht hochkonzentriert über der Gussform und streicht den roten Sand glatt. „Damit wird später eine Eidechse aus Aluminium gegossen“, erklärt der 17-jährige Gymnasiast. Ein nicht allzu einfaches Unterfangen, wie der junge Mönchengladbacher nun weiß. Um zu lernen, wie der Metallguss professionell durchgeführt wird, kam er gestern ins Industriemuseum nach Ennepetal. „Get in Form“ heißt diese bundesweite Initiative, mit der junge Menschen in die Welt des Formens und Gießens künftig eintauchen sollen.

Neu sind die Gießereivorführungen im Ennepetaler Industriemuseum nicht. Doch nun sollen auch Schulen aktiv mit eingebunden werden. Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien und Gesamtschulen aus Nordrhein-Westfalen können das Industriemuseum besuchen, um zu lernen, wie Aluminium in Formen gegossen werden kann. „Diese Idee ist in Norddeutschland gestartet, nach Bayern weitergewandert und hat nun den Standort Ennepetal erreicht“, freut sich Thomas Graf, Projektmanager bei den Chemischen Werken „Hüttenes-Albertus“ in Hannover.

Mit diesem Projekt, erklärt Thomas Graf, soll Nachwuchs für die Gießereiindustrie gefunden werden. „Hierbei lernen die Jugendlichen die Praxis, die sie später in ihrem Unterricht auch anwenden können“, erklärt der 60-jährige Hannoveraner.

Für die Initiative „Get in Form“ stellen die Chemischen Werke allen interessierten Schulen das Material für den Metallguss zur Verfügung. Zudem sponserte „Hüttenes-Albertus“ einen Gussofen, der nun im Ennepetaler Industriemuseum steht.

Die gestrige „Unterrichtseinheit“ in der Klutertstadt sei nun, so Thomas Graf, eine „Generalprobe“ für die Gießerei an Schulen gewesen. Dafür reiste der Chemie-Leistungskurs des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasiums aus Mönchengladbach an und ließ sich „anlernen“.

„Uns wird nicht nur die Praxis des Aluminiumgießens beigebracht“, so Fadona Aarab, die im nächsten Jahr ihr Abitur anstrebt. Mit Wolfgang Baumgart, Geschäftsführer der OCC Gesellschaft für physikalische Messtechnik und kybernetische Systeme aus Mönchengladbach, lernten die Jugendlichen im Unterricht auch das Wichtigste über die physikalischen Eigenschaften von Aluminium. „Hier im Industriemuseum bearbeiten wir Diagramme oder bestimmen die Schmelztemperatur“, erklärt die 18-Jährige.

Andere Mitschüler aus dem Leistungskurs arbeiteten in der Praxis-Gruppe, wie auch der 17-jährige Frank Sladek. „Wir suchen uns ein Objekt aus, zum Beispiel eine Eidechse, die wir gießen möchten. Dann setzen wir zwei Kästen aufeinander und kippen den roten Sand hinein, um die Form für den Aluminiumguss herzustellen“, erklärt der Gymnasiast. „Die Möglichkeit, das in Ennepetal zu lernen und mit den entsprechenden Werkzeugen auch in unserem Unterricht fortzuführen, ist schon toll.“

 
 

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