Als Schienen noch die ganze Stadt durchzogen

VER-Geschäftsführer Thomas Schulte, Dirk Wiemann, Hans-Gerd Bangert, Theo Bicking (alle Heimatverein), Bürgermeisterstellvertreter Manfred Drabent, Klaus Rüggeberg und Karl-Heinz Gockel (beide Heimatverein, von links) präsentieren vor dem historischen Straßenbahnwagen der Linie 1 im VER-Foyer das Heft „Schienenverkehr in Ennepetal“.
VER-Geschäftsführer Thomas Schulte, Dirk Wiemann, Hans-Gerd Bangert, Theo Bicking (alle Heimatverein), Bürgermeisterstellvertreter Manfred Drabent, Klaus Rüggeberg und Karl-Heinz Gockel (beide Heimatverein, von links) präsentieren vor dem historischen Straßenbahnwagen der Linie 1 im VER-Foyer das Heft „Schienenverkehr in Ennepetal“.
Foto: WP

Ennepetal.  Auf Schienen zurück in die Vergangenheit: Der Heimatverein Milspe hat ein Heft herausgegeben, dass sich mit einem bedeutenden Abschnitt der Ennepetaler Verkehrsgeschichte befasst. Mit zahlreichen historischen Fotos wird der „Schienenverkehr in Ennepetal“ dargestellt.

In Sachen Infrastruktur und Elektromobilität seien die Altvorderen in Ennepetal schon vor dem Ersten Weltkrieg sehr weit gewesen. „Wir profitieren heute noch davon“, meinte der Vorsitzende des Heimatvereins Milspe, Theo Bicking, bei der Präsentation des Heftes im Foyer der VER am Wuppermannshof. Die frühere Technik, die auch betriebswirtschaftlich sinnvoll gewesen sei, sei es allemal wert, in Erinnerung gebracht zu werden.

Dirk Wiemann, der sich intensiv mit der Eisenbahngeschichte in der heimischen Region befasst (siehe auch www.eisenbahn-en.de), und Klaus Rüggeberg stellten die Fotos zusammen, die überwiegend aus dem Ennepetaler Stadtarchiv und dem Fundus des Heimatvereins Milspe stammen. Das Heft ist in fünf Themenblöcke gegliedert. Zunächst wird der „Teckel“, die Normalspur-Bahnlinie dargestellt. Die Ennepetalbahn, die ab 1882 in Altenvoerde endete, galt als eine der rentabelsten Nebenstrecken der „königlich preußischen Reichsbahn“. Abschnitt zwei zeigt die „Bergisch-Märkische-Bahn“-Linie, die 1849 eröffnet wurde und bis heute eine Hauptstrecke der Deutschen Bahn ist.

VER-Busse heute auf den Strecken

Es folgen drei Straßenbahnlinien: zunächst die Linie 1, die zwischen Voerde und Haßlinghausen verkehrte, dann die Linie 8 von Strohmeyer über Schwelm nach Wuppertal und schließlich die Kleinbahn Haspe-Voerde-Breckerfeld.

VER-Geschäftsführer Thomas Schulte sprach den Herausgebern des Heftes ein großes Kompliment aus: „Für jemanden, der verkehrshistorisch interessiert ist, ist das eine tolle Sache.“ Schulte betonte, dass die dargestellten früheren Straßenbahnlinien heute von den Bussen der VER, wenn auch zum Teil mit veränderter Streckenführung, befahren würden.

Bürgermeisterstellvertreter Manfred Drabent freute sich ebenfalls über das Heft – nicht zuletzt aus einem ganz persönlichen Grund: Sein Vater hatte nach dem Zweiten Weltkrieg bei der VER begonnen und dort bis zum Eintritt in den Ruhestand 1973 gearbeitet. „Wir sind als Kinder viel mit der Straßenbahn gefahren“, erinnerte er sich. Einmal in der Woche ging es zum Beispiel mit der Mutter zum Einkaufen nach Wuppertal, auch zwischen Milspe und Voerde sei er oft unterwegs gewesen. Damals genossen die Angehörigen der VER-Bediensteten freie Fahrt.

Das Heft „Schienenverkehr in Ennepetal“, herausgegeben vom Heimatverein Milspe, ist für drei Euro erhältlich im Bärti und im Bürgerbüro in Milspe, bei Bücher Bochhammer und an der Rathaus-Info in Altenvoerde, bei Zeitschriften Krüner in Voerde und über die Homepage www.heimatverein-milspe.de

 
 

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