"Aktenzeichen xy" — mysteriöser Vermissten-Fall führt nach Gevelsberg

Gevelsberg/Regensburg. Wo ist Maria Baumer? Das mysteriöse Verschwinden der 26-jährigen Frau aus Regensburg beschäftigt nun auch die Kriminalpolizei im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Nach der Aktenzeichen-XY-Sondersendung im November „Wo ist mein Kind“ gingen im ZDF-Sendestudio in München und bei der Polizei in Regensburg rund 70 Anrufe zum Fall der seit dem Pfingstsamstag spurlos verschwundenen Frau ein. Darunter war auch ein Anruf aus dem Ruhrgebiet, der ganz besonders das Interesse der Ermittler weckte. Eine 49-jährige Mutter und ihre 22-jährige Tochter wollen im Juni vergangenen Jahres eine Frau, auf die Marias Beschreibung passt, in Gevelsberg gesehen und sogar mit ihr gesprochen haben.

Zeuginnen befragt

Jetzt hat Michael Rebele, Pressesprecher vom Regensburger Polizeipräsidium, erstmals weitere Details dazu bekanntgegeben. Demnach sind die beiden Frauen von der Kriminalpolizei des Ennepe-Ruhr-Kreises inzwischen zu der Begegnung befragt worden.

Laut Rebele seien sich die beiden Frauen ziemlich sicher, dass die unbekannte Frau Maria Baumer war, der sie in Gevelsberg in der zweiten Juni-Hälfte begegnet sind. Es sei an einem Freitag gewesen, hätten Mutter und Tochter zu Protokoll gegeben, als sie zu einem Mutter-Tochter-Tag unterwegs waren. Unweit des Bahnhofs von Gevelsberg seien sie dann fast mit einer Frau zusammengeprallt, die auf dem Rücken einen großen Trekking-Rucksack getragen und in der Hand eine Karte gehalten habe.

Während des kurzen Weges, den die drei dann gemeinsam gegangen sind, habe ihnen die Rucksack-Touristin von ihrer Absicht erzählt, den Jakobsweg entlang gehen zu wollen und nach der Sankt Engelbert Kirche gefragt, weil es dort Übernachtungsmöglichkeiten für Jakobsweg-Wallfahrer gäbe.

Der Jakobsweg durch Gevelsberg ist der sogenannte Westfalen-Weg, der von Osnabrück über Münster, Dortmund, Wuppertal nach Köln und weiter nach Aachen führt. Entlang dieser Route gibt es allein in Gevelsberg 20 Anlauf- Stempel- und Kontaktadressen für die Jakobsweg-Pilger.

Ermittlungen erfolglos

Pressesprecher Dietmar Trust von der Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises bestätigte gegenüber unserer Zeitung Rebeles Ausführungen. Die beiden Zeuginnen beschreibt Trust als sehr glaubhaft. Trotzdem seien die weiteren Ermittlungen im Sande verlaufen. Die Vermisste sei in keiner der Jakobsweg-Anlaufstellen eingetragen gewesen, so Trust.

Ein Hoffnungsschimmer, dass die junge Oberpfälzerin Ende Juni doch noch weitere Spuren in Gevelsberg hinterlassen hat, bleibt trotzdem, denn laut Trust habe es bisher keine gezielte Öffentlichkeitsfahndung im Ennepe-Ruhr-Kreis nach Maria gegeben.

Von der 26-Jährigen die zuletzt in Regensburg gewohnt hat, fehlt seit dem 26. Mai 2012 jede Spur. Als ihr Verlobter vom Joggen zurück kam, war die junge Frau aus der gemeinsamen Wohnung verschwunden. Drei Tagen später erstattet die Familie Vermisstenanzeige bei der Polizei.

 
 

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