Abgestellte Autos sorgen für Diskussionen

Ein Wunder, dass es hier erst einmal gekracht hat. Der fließende Verkehr kommt dem Polo oft gefährlich nahe.
Ein Wunder, dass es hier erst einmal gekracht hat. Der fließende Verkehr kommt dem Polo oft gefährlich nahe.
Foto: WP

Gevelsberg..  Die beiden Verlassenen hören auf die Namen HA-PF 13 und MK-R 3906. Die blaue Mercedes C-Klasse aus Hagen steht seit mehr als einem halben Jahr auf dem Parkplatz des Schwimm In, der grüne VW unmittelbar hinter der Stadtgrenze zwischen Ennepetal und Gevelsberg mitten in der Kurve auf dem Seitenstreifen am Strückerberg. Wie sie dort hinkommen, wann sie abgeholt werden und warum sie dort überhaupt seit so langer Zeit stehen, ist nur teilweise oder gar nicht bekannt.

Der grüne Polo

Der Kleinwagen aus dem Märkischen Kreis steht dort exakt seit dem 14. März. Der Halter ist ein 24-jähriger Plettenberger, der an besagtem Samstag den Strückerberg hinunter Richtung Gevelsberg fuhr. Eine 74-jährige Gevelsbergerin hielt vor ihm an, weil sie nach links in die Stichstraße nach Linderhausen abbiegen wollte. Der Plettenberger bemerkte dies zu spät, konnte nicht mehr vollständig anhalten und fuhr der Dame leicht auf das Heck. Der Schaden ist an der Front des VW kaum sichtbar.

Die Unfallbeteiligten riefen die Polizei. Als die den Unfall aufnahm und das Fahrzeug des 24-Jährigen überprüfte, kam dabei heraus, dass der Wagen überhaupt keinen Versicherungsschutz hat. „Die Kollegen haben das Nummernschild dann umgehend entstempelt, weil er ohne Versicherungsschutz nicht mehr weiter am Straßenverkehr teilnehmen darf“, sagt Dietmar Trust, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr.

Ohne sein eigenes Auto trat der junge Mann die Heimreise an, ließ den Polo zurück und stellte ein Warndreieck unmittelbar hinter seinem Wagen auf, der kurz hinter dem Scheitelpunkt der Kurve schlecht sichtbar abgestellt wurde. Das wurde einem anderen Verkehrsteilnehmer zum Verhängnis – aber nie zu einem offiziellen Vorgang. Denn irgendjemand krachte mit seinem Fahrzeug in das Heck des Polo. Splitter – wohl von kaputten Scheinwerfern – liegen noch jetzt deutlich sichtbar hinter dem abgestellten VW. „Von diesem Unfall ist uns allerdings nicht bekannt“, teilt Dietmar Trust auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Der Verursacher verließ die Unfallstelle ohne sich um den Schaden zu kümmern. Dafür stand seit jenem Tag das Warndreieck mehrere Meter vor dem Wagen.

Mittlerweile ist der Fall auch beim Ordnungsamt der Stadt Gevelsberg aufgeschlagen. „Wir haben den Halter angeschrieben und ihn aufgefordert, das Fahrzeug zu entfernen“, sagt Ordnungsamtsleiter Armin Schäfer auf Nachfrage dieser Zeitung. Sollte der Plettenberger dieser Aufforderung, die mit einer Frist verbunden ist, nicht nachkommen, wird der Wagen zunächst auf Kosten der Allgemeinheit abgeschleppt. „Das Geld können wir uns dann hoffentlich vom Halter wiederholen“, sagt Schäfer. Am Osterwochenende wurden schließlich die Nummernschilder entfernt.

Der blaue Mercedes

So weit wie bei dem Polo sind die Ermittlungen bei dem blauen Mercedes noch nicht gediehen – und das liegt an der Hagener Verwaltung. Die C-Klasse steht seit deutlich mehr als einem halben Jahr auf dem Parkplatz des Schwimm In. Unter dem Pkw wuchert das Unkraut, auf den Türdichtungen wächst Moos, der TÜV ist lange überfällig. „Das ist uns seit vergangenen Dezember bekannt“, sagt Armin Schäfer.

Umgehend richtete das Gevelsberger Ordnungsamt eine Anfrage an das Straßenverkehrsamt in Hagen über deren Online-Portal. „Wir müssen wissen, ob der Wagen noch zugelassen ist, ob noch Versicherungsschutz besteht, ob wir ihn Entstempeln dürfen“, sagt Schäfer. Er wiederholte die Anfrage noch einmal im März. Rückmeldung? Gab es bisher erneut nicht.

Doch den Wagen einfach abzuschleppen, das ist in diesem Fall nicht möglich. „Wenn ein Wagen angemeldet ist, ordnungsgemäß und nicht verkehrsbehindernd abgestellt ist, darf ich ihn abstellen wo ich will und wie lange ich will“, klärt der Ordnungsamtschef auf, der darauf hofft, dass bald Bewegung in die Sache kommt.

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