Ab 1. November 2014 sollen die Sprinter rollen

Bei strahlendem Sonnenschein konnte Bürgermeister Jochen Stobbe (2.v.r.) den ersten Spatenstich für die Mechanisierte Zustellbasis von DHL leisten.
Bei strahlendem Sonnenschein konnte Bürgermeister Jochen Stobbe (2.v.r.) den ersten Spatenstich für die Mechanisierte Zustellbasis von DHL leisten.
Foto: WP

Schwelm..  Seit gestern stehen im Amtszimmer des Schwelmer Bürgermeisters im Rathaus drei glänzende Spaten. Sie legen Zeugnis ab von drei Großprojekten, die die Kreisstadt voranbringen sollen. Jüngster Erster Spatenstich nach dem Neubaugebiet Winterberg und dem Zentralen Omnibus-Bahnhof ist das Logistikzentrum der Deutschen Post DHL. Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen erfolgte gestern Nachmittag der symbolische Akt am Bauplatz an der Rheinischen Straße im Beisein des Investors, von DHL, Vertretern der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG), den Vertretern der Fraktionen und Bürgermeister Jochen Stobbe.

Ambitionierter Zeitplan

„In dieser Woche sollen die Bauarbeiten beginnen“, sagt Matthias Dötsch, Geschäftsführer der Kadans Real Estate GmbH. Das Unternehmen ist Bauherrin des Logistikzentrums. Die Deutsche Post DHL wird den Zweckbau nach Fertigstellung langfristig anmieten. Für das Projekt an der Rheinischen Straße gilt ein ambitionierter Zeitplan. Das Richtfest für die Mechanisierte Zustellbasis von DHL, kurz MechZB genannt, ist für Ende Mai geplant. Im September sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Am 1. November will die Deutsche Post dann den Betrieb dort aufnehmen.

Anwohner haben Klage eingereicht

Die Baugenehmigung für das MechZB hatte die Stadt bereits im Februar erteilt. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings. Anlieger vom Loh haben gegen die Erteilung der Baugenehmigung Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. Eine aufschiebende Wirkung für das Projekt habe dies jedoch nicht, sagte Bürgermeister Jochen Stobbe dieser Zeitung.

„Es war ein sehr ambitionierter Zeitplan, über den wir uns zu unterhalten hatten“, erinnerte Bürgermeister Jochen Stobbe an das relativ kurze, aber spektakuläre Genehmigungsverfahren. Erst im September 2013 waren die DHL-Pläne bekannt geworden. Im Dezember hatte der Stadtrat das Vorhaben noch abgelehnt, um es dann im neuen Jahr doch zu genehmigen.

BEG und Stadt sehen den Start der Bauarbeiten für das neue Logistikzentrum als Initialzündung für die weitere Vermarktung der Brachfläche des sogenannten Bahnhofs Loh in Schwelm. Für Jochen Stobbe ist mit DHL „eine Entwicklung angestoßen worden, die nicht am Zaun des Logistikzentrums enden soll.“ Schwelm brauche dringend die Ansiedlung von weiteren Gewerbebetrieben. Auf dem Gelände des Bahnhofs Loh gibt es in westlicher Richtung weitere 10 000 qm Gewerbefläche, 25 000 qm Mischgebiet und 22 000 qm Wohnbaufläche, die auf neue Eigentümer warten. „Jeder, der dort investieren möchte, ist uns herzlich willkommen. Der Bebauungsplan steht. Es kann sofort losgelegt werden“, hofft BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz auf eine rege Nachfrage von Interessenten. Insgesamt sieben Jahre habe der Prozess gedauert, an dessen Ende schließlich die Verabschiedung des Bebauungsplans Bahnhof Loh gestanden habe, erinnert sich Lennertz an die Historie der seit Jahren nicht mehr genutzten Gleisanlage. Mit zwei potenziellen Käufern für Gewerbegrundstücke führt die BEG laut Aussage des Geschäftsführers zurzeit Gespräche.

In den nächsten Monaten wird auf dem ca. 24 000 qm großen Gelände in Schwelm ein 5653 qm großes Gebäude entstehen. Eine 5 Meter hohe und ca. 90 Meter lange Schallschutzwand in nördlicher Richtung soll die Lärmbelästigung der Anlieger am Loh in den gesetzlich zulässigen Grenzen halten. Die Mechanisierte Zustellbasis in der Kreisstadt ist eine von mehr als 25, die die Deutsche Post DHL im gesamten Bundesgebiet bis Ende des Jahres realisieren wird.

Die so genannten „MechZBn“ bilden neben den Paketzentren eine zweite wichtige Säule des neuen Paketkonzepts der Deutschen Post DHL. Die Verteilanlage ordnet automatisch bis zu 28 000 Sendungen pro Stunde dem entsprechenden Zustellern zu. Mit der Investition trägt die Post dem stetig wachsenden Internet-Bestellmarkt Rechnung.

 
 

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