1050 Euro Strafe für „Witzfigur“

Ennepetal.. Unter anderem, weil er den derzeitigen Leiter der Ennepetaler Agentur für Arbeit, Cosimo Palomba, als „Witzfigur“ tituliert hat, muss ein 30-jähriger Klutertstädter eine saftige Geldstrafe zahlen.

Mit dem Jobcenter lebt der seit zwei Jahren Arbeitslose auf Kriegsfuß. Zum Eklat kam es in den Räumlichkeiten an der Bismarckstraße am 12. Oktober vergangenen Jahres gegen 10 Uhr morgens.

Der 30-jährige drang wutentbrannt in das Büro seiner Sachbearbeiterin vor, die sich dort gerade mit einer Kollegin unterhielt. Laut Anklage vor dem Schwelmer Strafgericht, wo der Ennepetaler sich nun wegen mehrfacher Beleidigung und Nötigung verantworten musste, führte er sich „äußerst renitent“ auf und fegte mit einem Handschlag die Gegenstände vom Schreibtisch. Den Mitarbeiterinnen bescheinigte er, sie seien „total unfähig“. Sie lägen „den ganzen Tag auf der faulen Haut“ würden „nichts tun, außer sich zu schminken“ und bekämen dafür noch Geld. Weiter ging es mit „Grins nicht so blöd, sonst gibt’s was auf die Fresse“ und der Drohung „Wenn ich nicht sofort einen Job bekommen, flippe ich hier total aus.“

Mehrfach mit Jobcenter aneinander geraten

Einige nicht druckreife Beleidigungen fielen außer dem Begriff „Miststück“ ebenfalls.

Vor dem Büro hatte sich nun fast der komplette Mitarbeiterstab versammelt, angeführt vom „Hausherrn“ Palomba, der den Randalierer des Gebäudes verweisen wollte, aber nur ein „Was willst du denn, du Witzfigur?“, erntete.

Mehrfach war der bislang Unbescholtene mit dem Jobcenter aneinander geraten. Eine zweite Anklage bezog sich darauf, dass er einen anderen Sachbearbeiter zwei Monaten zuvor als „größtes Nazischwein“ bezeichnet hatte.

Der Angeklagte gab vor Gericht seine Ausraster zu. „Es geht mir nur um Eines: Ich will echte, ehrliche Arbeit, sonst nichts. Und Unterstützung von der Agentur für Arbeit habe ich noch nie bekommen. Nur kurzfristige Leiharbeit“, so der dreifache Familienvater.

„Er fühlt sich einfach im Stich gelassen und nicht gefördert. Hinzu kommt die finanzielle Drucksituation“, ergänzte Verteidiger Peter Thomas Götz und bat um eine milde Gesamtstrafe. Dem kam das Gericht nach und verurteilte den 30-Jährigen zu 70 Tagessätzen zu je 15, also 1050 Euro.

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