Zu Fuß ins Tessin – Musikalische Lesung in der Antikscheune

Theresa Dold auf der kleinen Reeserwarder Bühne.
Theresa Dold auf der kleinen Reeserwarder Bühne.
Foto: Christoph Karl Banski
Auf der kleinen Reeserwarder Bühne sang und erzählte Theresa Dold von ihrer Fußwanderreise ins Tessin. Suche nach äußerer und innerer Heimat.

Reeserward.  An einem auch für sie ungewöhnlichen Ort – zwischen alten Büchern, Gemälden, Spiegeln, Geschirr und antiken Möbeln – in der Antiquitätenscheune von Gerfried Schell, stellte am Samstagabend Theresa Dold ihre musikalische Lesung „Sehnsucht Süden“ – eine Fußreise über die Alpen – vor. Inspiriert durch die Werke Hermann Hesses und mit dem Ziel Montagnola vor Augen machte sich die in Hamburg lebende Sängerin und Liedermacherin im Sommer 2010 auf den Fußweg mit einem siebzehn Kilogramm schweren Rucksack, Zelt und Gitarre vom Schwarzwald aus über die Alpen Richtung Süden. Angezogen von der Magie des Südens und geleitet von einer tiefen Sehnsucht nach den Bergen und ihrer persönlichen Suche nach äußerer und innerer Heimat, erreichte sie nach knapp vier Wochen und 500 Kilometer gelaufenem Weg ihr Ziel Montagnola im Tessin. Über dieses Erlebnis mit vielen Höhen und Tiefen, der Begegnung mit eindrucksvollen Menschen und der herrlichen Natur erzählte und sang Dold in einem außergewöhnlichen Live-Programm und nahm die rund 50 Zuhörer mit auf eine visuelle Bilderreise.

Einfach loswandern

Untermalt mit selbst geschriebenen Liedern, sowie Auszügen aus Hessetexten ließ sie die Reise noch einmal Revue passieren. Mit ihrer unverwechselbaren, leidenschaftlichen Stimme und berührenden Texten verströmte die junge, authentische Liedermacherin gleichermaßen Tiefe und Leichtigkeit, Fern- und Heimweh, aber auch Tradition und Zeitgeist.

Und zurückgelehnt auf Stühlen aus der Biedermeierzeit oder des Jugendstils, sitzend an antiken Tischen oder auf uralten Sesseln mit einem Glas Merlot in der Hand, genossen dann auch die Zuhörer den Abend und ließen sich in dieser besonderen Atmosphäre von der Künstlerin verzaubern. Und so manch einer spürte wohl seine eigene Sehnsucht, sich auf eine solche oder ähnliche Reise zu begeben. Nur vielen Menschen fehlt sicherlich der Mut oder vielleicht auch nur die Gelegenheit, sich auf Wünsche oder Abenteuer einzulassen.

Das Publikum war auf jeden Fall begeistert und bedankte sich mit ganz viel Applaus.

Jörg Fleischmann, der mit seiner Frau und einigen Bekannten dieses außergewöhnliche Erlebnis genossen hat, war begeistert. „Das Konzert und auch die Präsentation der Reise haben mir sehr gut gefallen“, erzählte er, „und ich finde es bewundernswert und sehr mutig, einfach so loszuwandern und die eigenen Träume auch auszuleben.“

 
 

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