Willkommen im Café International in Rees

Maria Raudszus
Bei Kaffee, Tee und Gebäck
Bei Kaffee, Tee und Gebäck
Foto: DIANA ROOS
  • Mit Flyern hat Ellen Lukas für das Treffen im „Mittags am Markt“ in Rees geworben
  • Die Helfer werden von Mitarbeitern des Theodor-Brauer-Hauses unterstützt
  • Das nächste Café International findet am 23. November statt

Rees.  Zum Stadtfest im Frühjahr war das erste „Internationale Café“ sehr gut besucht gewesen. Zum zweiten Treffen tröpfelten die Besucher eher vereinzelt in den Treffpunkt „Mittags am Markt“. „Das muss sich ja auch erst einspielen“, blieb Karl-Heinz Bövingloh vom Koordinatoren-Team entspannt. Das Team möchte Flüchtlingen und Bürgern künftig regelmäßig die Möglichkeit zur Unterhaltung und zum Austausch in locker Atmosphäre bieten. „Aber einen Modus haben wir derzeit noch nicht gefunden“, schränkt Ellen Lukas, hauptamtliche Koordinatorin ein. Aber das werde sich finden, sagt sie.

Ein niederländisches Paar sitzt gemütlich an einem Tisch, einige Helfer sind da. Und einige Flüchtlingsfamilien. Helal Alghazali beispielsweise ist mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, die Tochter ist drei Jahre alt, der Sohn zehn Monate, eingetroffen und nippt am Teeglas. Er ist gern gekommen, kennt die Helfer. „Alle sind sehr freundlich hier“, sagt er lächelnd. „Ein Jahr und elf Tage bin ich jetzt hier“, sagt er.

Aus Syrien nach Rees

Er ist aus Syrien geflohen, war zunächst im Libanon, dann bei seinem Bruder in Saudi-Arabien, wurde aber nach sieben Monaten aufgefordert, das Land zu verlassen. „Zurück in den Libanon wollte ich nicht“, erzählt er. Dort hatte er mit Frau und Kind in einem Zelt gelebt. Nach einer Zwischenstation in der Türkei flüchtete in einem Boot. „Meiner Frau habe ich gesagt, wir werden entweder zusammen irgendwo besser leben oder zusammen untergehen“, sagt er.

Der Industriemechaniker, der als Vorbildung eine zehnjährige Berufserfahrung bei der syrischen Telefongesellschaft mitbringt, und nebenberuflich Wirtschaft studiert, das Studium aber nicht abgeschlossen hat, hat inzwischen ein Praktikum beim Theodor-Brauer-Haus absolviert. Nun freut sich Alghazali, dass Montag sein zweites Praktikum in Emmerich startet. Alghazali ist zuversichtlich, am Niederrhein beruflich Fuß fassen zu können.

Mit Flyern hat Ellen Lukas auf das Treffen in „Mittags am Markt“ aufmerksam gemacht. Die Helfer werden von Mitarbeiter des Theodor-Brauer-Hauses beim Internationalen Café unterstützt. „Wichtig ist, dass die Räumlichkeiten zentral liegen“, sagt Bövingloh. Das erhöht die Chance, dass sich hier regelmäßig Besucher, vielleicht auch zufällig, einfinden.

Es werden Kaffee und Tee angeboten, aber auch kalte Getränke und Gebäck. Irgendjemand hat einen Hefezopf gebacken und mitgebracht. Die Kinder spielen Memory, es liegen aber auch Materialien zum Basteln und Malen bereit sowie diverse Brettspiele für Erwachsene und Kinder.

Ungezwungene Kontaktaufnahme

Auch für Menschen, die sich dem Koordinationsteam anschließen wollen, gibt es beim Internationalen Café die Möglichkeit der Begegnung . „Sie haben hier ebenfalls Gelegenheit, erst einmal ungezwungen Kontakt untereinander aufzunehmen“, sagt Bövingloh. So können sie in aller Ruhe ausloten, ob sie in diese Arbeit einsteigen wollen. „Denn es gibt mehr zu tun, als wir Hände haben“, weiß Bövingloh nur zu gut.