Wie Buch und Kunst verwoben sind

Werner Steinecke hofft auf viele Besucher der neuen Ausstellung im Haus im Park. Foto: Johannes Kruck
Werner Steinecke hofft auf viele Besucher der neuen Ausstellung im Haus im Park. Foto: Johannes Kruck
Foto: WAZ FotoPool
Die Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum der Stadtbücherei im Haus im Park eröffnet Freitag, 1. Juni.

Emmerich.. Das geschriebene Wort hat in Emmerich eine lange Tradition. Die Stadtbücherei feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen, aber bereits in den 1830er-Jahren entstand der Leseverein, ein Vorläufer der Bücherei. So oder so: Bücher sind zeitlos beliebt. Der Kunstverein Emmerich und die Stadtbücherei laden daher im Juni zu der Ausstellung „Buch und Kunst im Haus im Park“ ein.

Ein Hingucker ist ein Teppich von Rosa Gabriel. Mit Abstand betrachtet erscheint ein Kreuz. Nähert sich der Betrachter dem Teppich entdeckt er, wie verwoben die Religion doch ist. Und schaut er sich das Werk aus nächster Nähe an, entdeckt er Texte. Es handelt sich um alte, nicht zu rettende Bibelseiten. Und Fragmente des Korans, die ineinander verwoben sind.

Wer Gedichte des Österreichers Ernst Jandl kennt, wird sie im großformatigen Buch von Ulrich Breier zunächst nicht wiederzuerkennen. Der Künstler hat eine eigene Schrift entwickelt, die die Freiflächen eines Buchstabens sozusagen in Negativform betont. Wer sich einliest, gewöhnt sich dran. „Es entsteht eine ganz eigene Dynamik“, meint Künstlerkollege Wilfried Porwol, der ebenfalls ausstellt.

Auch der modernsten Technik kann sich das Haus im Park nicht verwehren. Wer die Gedichte von Nis Randers lesen möchte, muss ein Smartphone mitbringen und die vier großen QR-Codes (also quasi die Barcodes) scannen, erklärt Werner Steinecke, 2. Vorsitzender des Kunstvereins. Wer mag, kann auch die vier Quadrate an sich als Kunst anerkennen. Beeindruckend sind auch die Bücher in Skulpturform von Barbara Wichelhaus oder ein schwerer Onyx – ein seltenes Fundstück, das Anna Kubach-Wilmsen bearbeitet hat.

Außerdem stellen aus: Martin R. Becker, Hans Brög, Alfred Busch, Christoph Carbenay, Brigitte Gmachreich-Jünemann, Gitta van Heuman-Lukas, Volker Küster, Hildegard Pütz, Mathias Schülter, Frauke Vogt, Olaf Wegewitz und Christoph Wilmsen-Wiegmann.

Zur Ausstellung:

Zur Eröffnung am Freitag, 1. Juni, 19 Uhr, liest Heinz Rogosch Gedichte von Ringelnatz. Im Anschluss wird Werner Steinecke die Besucher durch die Ausstellung führen. Die Ausstellung ist bis zum 30. Juni zu sehen: samstags von 13 bis 17 Uhr und sonn- und feiertags 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

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