Widerstand gegen Betuwe formiert sich

Sarah Eul
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Elten. In Elten formiert sich langsam Widerstand. In einer kleinen Siedlung am Rande der Ortschaft will man das, was die Stadt Emmerich und eine Aachener Ingenieursgruppe geplant haben, nicht wortlos hinnehmen.

Im Zuge der Betuwe-Planungen erarbeiteten Stadt und Ingenieure einen Vorschlag für die Deutsche Bahn, wie man die Eltener Bahnübergänge in den kommenden Jahren beseitigen könnte. Anfänglich war von einem Überführungsbauwerk am Sportplatz die Rede.

Überführungsbauwerk an der Haagschen Straße

Aktuell sehen die Planungen aber nun folgendes vor: Aus Richtung Hüthum kommend soll die B 8 nicht mehr per Viadukt die Bahntrasse kreuzen, sondern am Berg entlang verlaufen. Kurz vor dem Ortsausgang soll die B 8 dann über die Haagsche Straße mittels eines Überführungsbauwerks als auch den dortigen Bahnübergang geleitet werden, um dann westlich weiter entlang der Bahntrasse zu verlaufen.

Und genau das macht knapp 40 Eltenern Sorge. Sie alle leben in der Siedlung zwischen B8/Haagsche- und Von-Lochner-Straße. „Mit in die vorläufige Planung einbezogen hat man diese Anwohner nicht“, weiß Rüdiger Helmich. Ihn und seine Mitstreiter von den Emmericher Baumfreunden suchten die Betroffenen der Von-Lochner-Siedlung auf, nachdem sie aus der Zeitung von den Planungen erfahren mussten. Der Grund für den Besuch bei den Baumfreunden: Sie wollten sich Ratschläge holen, wie man gegen solche Planungen im Fall der Fälle vorgehen kann.

Heinz Althoff ist einer der knapp 40 Menschen, die in der Siedlung leben. Seit 1984 wohnt er zusammen mit seiner Frau Annemarie dort. Der Bahnübergang stört den 63-Jährigen nicht.

Mehr Verkehr und schlechtere Luft

Das, was die Stadt mit diesem vorhat, dagegen schon. Ebenso, wie viele andere Anwohner auch. So sei zum Beispiel sein Nachbar, der im vergangenen Jahr sein altes Siedlungshaus renoviert hat, gar nicht begeistert, dass quasi vor der Haustür bald eine Trassenüberführung entstehen soll. Mit mehr Verkehr, mehr Lärm und schlechterer Luft muss dann gerechnet werden. Und nicht nur das. „Ich habe auch ein Auge auf die Natur. An der Haagschen Straße stehen knapp 25 über 100 Jahre alte Bäume“, erzählt Althoff. Sollten die Planungen in die Tat umgesetzt werden, müssten sie weichen. „In Hüthum hat man die Einwohner an den Planungen zur Beseitigung der Bahnübergänge beteiligt. Ich frage mich, warum das hier nicht der Fall war“, so Althoff.

Und noch etwas lässt die Siedlungsbewohner, aber auch Rüdiger Helmich keine Ruhe. „Warum will man die B 8 unbedingt über die Haagsche Straße laufen lassen?“ fragt Helmich. Seiner Ansicht nach gebe es in der Umgebung immer wieder genügend freie Flächen, durch die man die Landstraße auch laufen lassen könnte.

Auch wenn es sich noch um Vorplanungen und lediglich einem Vorschlag der Stadt an die Bahn handelt steht für die Anwohner der Siedlung eines fest: „Einfach so hinnehmen wollen wir das Ganze nicht“, so Heinz Althoff, „wir wollen uns frühzeitig einmischen und nicht erst warten, bis es vielleicht zu spät ist.“

Der erste Schritt von ihm und seinen Nachbarn aus der Von-Lochner-Siedlung wird in den nächsten Wochen sein, dass sie der IG BISS beitreten werden. Dann will man sich erst einmal beraten und das künftige Vorgehen planen.