Wertherin zeigt ihre Werke im alten Futterlager

Künstlerin Birgit Decressin in ihrem Atelier vor ihren Platzbildern.
Künstlerin Birgit Decressin in ihrem Atelier vor ihren Platzbildern.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Die Werther Künstlerin Birgit Decressin hat in einem alten Futterlager eine Dauerausstellung installiert
  • Jeden Sonntag zeigt sie ihre Stillleben und Platzbilder in ihrem Atelier am Teppelweg
  • Am liebsten arbeitet die Malerin in der freien Natur um sich entfalten zu können

Werth..  Beim Malen benötigt Birgit Decressin Freiraum. „Ich muss mich bewegen können“, sagt die Wertherin. Nur so könne sie sich frei entfalten – mental, wie auch körperlich. Zumindest dann, wenn sie die ersten Pinselstriche auf der Leinwand macht. „Daher male ich am liebsten in meinem Garten.“ Dort gibt es den notwendigen Platz, aber auch Licht und Inspiration für zahlreiche Werke. Seit Jahrzehnten malt die 50-Jährige mit Öl-Farbe und zeigt mittlerweile die Ergebnisse ihres Schaffens regelmäßig in einer Dauerausstellung in einem alten Futterlager. Im Mai 2014 hat Decressin ihr Atelier am Teppelweg eröffnet. „Vor allem wenn ich auf Messen war, kommen Interessierte hierher und besuchen mich“, freut sich die gebürtige Bocholterin.

Auch im Wohnhaus wird gemalt

Vor acht Jahren ist sie nach Werth gezogen. Zuvor lebte die Künstlerin in Düsseldorf und Grevenbroich. In Düsseldorf besuchte sie die Kunstakademie und arbeitete ein halbes Jahr im Rahmen eines Stipendiums in Paris. Seit 1996 ist die Wertherin freischaffende Künstlerin und stellte ihre Bilder vor allem im Rheinland und am Niederrhein aus. „Gemalt habe ich schon immer“, sagt sie. Und das nicht bloß Kritzeleien auf Papier. Schon früh wünschte sich Decressin eine eigene Staffelei und Farben. Von denen hat sie mittlerweile zahlreiche.

Oft arbeitet sie mit Ölfarbe. Diese kann man immer wieder verfeinern. Denn wenn in einem ersten Gang der Anfang eines Bildes gemacht ist, „arbeite ich immer wieder daran, bis es mir gefällt.“ Das muss dann aber auch nicht immer nur im Garten sein. Zum Glück hat Decressin auch ein Atelier im Wohnhaus, wo sie auch gern zum Pinsel greift, aber auch zahlreiche Werke gelagert hat. Oft sind dies mannshohe Großformate. Das ein oder andere Kleinformatige hat sie aber auch im Angebot. Porträts, Stillleben und ihre eigene Form der „Platzbilder“ gehören zu ihrem Repertoire.

Die Stillleben von Birgit Decressin sind quasi eine Weiterführung einer langen Tradition in gewisser altmeisterlicher Manier. „Ich liebe es mit Farben zu experimentieren, auch zu sehen, wie sie mit unterschiedlichem Licht wirken.“ Knallige Farben sind dabei sehr selten bei der Künstlerin zu sehen. Eher ist alles gedeckter, aber mit einer interessanten, verhuschten Pinselführung. Von einer düsteren Farbigkeit geprägt sind auch die meisten Porträts der Künstlerin. Oft wirken die Menschen darauf einsam, eine bedrückende Stille kommt im Betrachter auf.

Anders ist das bei den „Platzbilder“. Hierauf sind Menschenmengen in einer losgelösten Umgebungen zu sehen. Es sind anonyme Erscheinungen in einer wirren Ordnung, die scheinbar planlos aneinander vorbeirauschen. Um diese Bilder entstehen zu lassen, nimmt sich Decressin viel Zeit zum Beobachten. „Ich kreiere ein Bild aus verschiedenen Plätzen, die ich besucht habe. Vorort fertige ich kleine Skizzen an, die ich dann im Atelier malerisch zusammenführe.“ Es dauert, bis die Perspektive stimmt. Doch das Ergebnis sind Bilder voller Dynamik.

Birgit Decressin hat nicht weit entfernt von ihrem Wohnhaus in Werth am Teppelweg 4 ein Atelier eingerichtet. In einem alten Futterlager zeigt die gebürtige Bocholterin ihre Kunst. Und zwar regelmäßig.

Zum offenen Atelier lädt die Künstlerin jeden Sonntag ein. Geöffnet ist es in der Zeit von 14 bis 16 Uhr. Auch nach Vereinbarung öffnet Decressin ihre Schau, erreichbar ist sie unter 01522/5705676.

 
 

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