Emmerich. Der direkte Draht in die Graffiti-Szene, den möchte die Polizei auch gerne haben. Nicht, weil die Ordnungshüter nicht damit einverstanden sind, wie Okan Oynak mit den beiden 14-jährigen Sprayern umgegangen ist (die NRZ berichtete). Aber Graffiti-Schmierereien kommen in Emmerich häufiger vor. Etwa an der Promenade. Und hier wurde Anzeige erstattet. „Die Polizei wollte, dass ich ihnen die Namen der beiden Schüler nenne. Sie erhoffen sich, über die beiden auch die Namen anderer Sprayer zu erfahren“, verrät Oynak. Der Betreiber des Reinigungsservice Kleverland, dem Pächter des Parkhauses im Rheincenter, hat sein Versprechen nicht gebrochen. Er hat ihre Namen nicht genannt. Leichten Druck habe die Polizei aber ausgeübt: Sie könnten ja auch die Staatsanwaltschaft einschalten, was sie ja eigentlich nicht wollten ...
Wie berichtet, hat das Duo im Parkhaus eine Wand besprüht, was den neuen Kameras nicht entgangen ist. Oynak konnte die Täter selbst ausfindig machen, verzichtete auf eine Anzeige und wählte den Dialog. Mit dem Ergebnis, dass die „Künstler“ ihr Werk selbst beseitigen. Auch die Eltern des Duos „begrüßen meinen Vorstoß“, so Oynak.Apropos Promenade: Hier werden jetzt Web-Kameras online gehen und auf der Seite der Stadt Emmerich Livebilder übertragen (die NRZ berichtete im September). Ähnlich wie schon am ICE werden die Kameras auf Höhe Zum Franz/Eis Italia ans Netz gehen. Dabei geht es nicht nur um den touristischen Aspekt. Die gut sichtbaren Kameras sollen auch abschrecken. Es wird eine Software angewendet, die in der Lage ist, nur Gesichter zu pixeln. Theoretisch ist es möglich, die 48 Stunden gespeicherten Aufnahmen zu entpixeln. Etwa bei einem Fall von Vandalismus, wie er an der Promenade häufiger vorkommt. Das könnte aber datenschutzrechtliche Probleme bedeuten und sei deshalb auch nicht der Zweck der Installation, so Bürgermeister Johannes Diks.