Wenn Kinder über den alten Ribbeck lachen

Emmerich.  Diesen Mann umgibt etwas Magisches. Anders lässt sich das, was sich gestern im Foyer der Rheinschule ereignete, nicht erklären. Rund 160 Kinder saßen dort auf ihren Stühlen. Und lauschten gebannt. Nur mit einem Stuhl und seiner Gitarre „Frieda“ stand Oliver Steller vor seinem Publikum auf der kleinen Bühne und vollbrachte gar Zauberhaftes. Mit Liedern und Gedichten brachte er die Grundschüler zum Jubeln. Und das, indem er sie nicht mit neu-modischem Kram überreizte, sondern Alt-Bekanntes darbot: Theodor Fontanes Ballade „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von 1889 zum Beispiel, oder „Der Fisch Fasch“ von Bertolt Brecht.

Von Spinnen und Fischen

Letztere Darbietung erheiterte gleich zu Beginn die ersten bis vierten Klassen der Rheinschule. Zu lustig war für die Kinder immer wieder aufs Neue der Reim „Er war nur der Fisch Fasch. Und er hatte eben seinen weißen Asch“, den Rezitator Oliver Steller gern mit dem Deuten auf sein Hinterteil zum Besten gab.

Der Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe begeisterte ebenso, wie ein Lied über Spinne Martha von Robert Maiwald. „Wollt ihr noch ein Gedicht von Maiwald hören?“, fragte Oliver Steller, den die FAZ mal als „Stimme deutscher Lyrik“ bezeichnete, die Rheinschulkinder. Die Antwort war ein lautes wie lang gezogenes „Jaaaaaaaaa!“.

Doch Steller verzauberte nicht nur mit Lyrik und Liedern. Auch mit seinen kleinen Zaubertricks wusste er immer wieder die Aufmerksamkeit der Grundschüler für sich zu gewinnen. Vor einigen Jahren war der Rezitator schon einmal in der Emmericher Grundschule zu Gast.

„Einmal im Jahr bieten wie unseren Schülern ein solches Ereignis“, erklärt Pädagogin Gerhild van Elk. 2015 fiel die Wahl nun wieder auf Oliver Steller. „Das ist definitiv wieder ein Höhepunkt für unsere Kinder“, so van Elk. Durch ihn würden Schüler Gedichte noch einmal in einer anderen Form kennen lernen. „Er schafft es, die Kinder für die Lyrik zu begeistern.“

Viele glühende Lampen

In der Tat: Steller und seine Gitarre „Frieda“ haben das spielend drauf. „Mir geht es eben darum, dass wenn Kinder an Gedichte denken, bei ihnen eine glühende Lampe angeht“, erklärt Steller.

Soviel kann festgehalten werden. Bei den Rheinschülern – und sicher auch den Lehrern der Schule – hat der Mann mit einem unglaublichen Sinn fürs Auswendiglernen sicher viele glühende Lampen angeknipst.

 
 

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