Welche Chance haben die Betuwe-Einwender?

Maria Raudszus
Sie sieht die Lösung aus, die Ewald Kortheuer
Sie sieht die Lösung aus, die Ewald Kortheuer
Foto: NRZ Emmerich
Ewald Kortheuer hatte Vorschläge für eine Lösung des Halderner Bahnhofs im Rahmen von Betuwe gemacht. Diese sieht er in keinster Weise in der Erwiderung der Bahn berücksichtigt.

Haldern. Die besten Ideen sind meist die nahe liegendsten. Man muss sie nur sehen. Ewald Kortheuer glaubt, dass er die beste Lösung gefunden hat. Er fürchtet nun aber dennoch, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt keiner mehr sehen will. Die Rede ist von seinem Lösungsansatz für die Bahnunterführung und dem Bahnhof Haldern im Rahmen der Betuwe. Sein Vorschlag war, die Unterführung für Pkw, Lkw und landwirtschaftlichen Verkehr rund 200 Meter Richtung Empel zu verlagern, (die Bahnsteige weiter Richtung Wesel anzusiedeln). Das hat der Wittenhorster auch der Deutschen Bahn in seiner Stellungnahme mitgeteilt.

Nur ein Rechtfertigung der Planung?

Man lehne seine Vorschläge mit dem Argument ab, weil es schon eine mit der Stadt Rees abgestimmte Planung gebe. „Ich habe den Eindruck, dass man an den bestehenden Plänen der Offenlage festhält und an deren Weiterentwicklung nicht interessiert ist“, sagt er. Schlimmer noch: Die Erwiderung der Bahn auf seine Ideen, die ihm seit Ende vergangener Woche vorliegt, kommt ihm wie eine Rechtfertigung der bestehenden Planung vor.

Dafür kann Kortheuer auf mehrere Beispiele verweisen. „Die derzeitige Lösung der Planfeststellung entspricht dem Wunsch der Stadt zur Führung der Bahnhofstraße“, heißt es in der Erwiderung. Und: „Die Lösung (Kortheuer) ist nur händisch in einem verzerrten Maßstab in den Lageplan eingezeichnet worden“, geht es weiter. „Klar, dass ich keine Detailplanungen vorlegen kann, dafür hat die Bahn doch ihre Fachleute“, ist Kortheuer über die lapidare Antwort erstaunt.

Kortheuers Idee hat Charme, ermöglicht sie doch, dass das Dorf in seiner derzeitigen Struktur erhalten bleibt. Nach derzeitigen Plänen der Bahn kommen jedoch große Veränderungen auf den Bereich Bahnhof-, Feld- und Halderner Straße zu. Weil der Bahnübergang Bahnhofstraße wegfallen soll, soll in Höhe Irmgardisweg eine Unterführung neu gebaut werden. Die Wagen fahren dort unter den Gleisen durch und stoßen dann auf die B 8. Da der Bereich in einem 380 Meter langen Trog errichtet wird und tiefer liegt, so die Planungen, soll der Irmgardisweg abgebunden werden.

„Alles nicht nötig“, sagt Ewald Kortheuer, wenn dieser Unterführungslauftrichter Richtung Emmerich verlegt würde. Dann bliebe die heutige Optik in diesem Bereich erhalten. Das hätte zudem den Vorteil, dass auch während der Bauphase die Bahnhofstraße weiter genutzt werden könne.

Auch in Hinblick auf künftige Wetterkapriolen sieht Kortheuer seine Lösung im Vorteil. „Jede Unterführung wird bei Starkregen irgendwann voll Wasser laufen“, sagt er. Bei der seitens der Bahn angedachten Lösung würde das Wasser von drei Seiten am tiefsten Punkt der Unterführung zusammenlaufen“, warnt der 86-Jährige. Bei seiner Lösung käme es nur von zwei Seiten. „Also ein Drittel weniger Wasser“, schlussfolgert er. Folglich waren auch seltener mögliche Sperrungen wegen sich stauenden Wassers programmiert.

Der derzeit von der Bahn favorisierte Plan darf laut Kortheuer auch schon deshalb nicht realisiert werden, weil er vom tiefsten Punkt einen Zugang zu den Bahnsteigen vorsieht. Kortheuer dagegen hat in seinen Plan fest, den Bahnhof weiter nach Wesel zu verlegen, weil hier der Bahnsteig mit nur wenigen Stufen zu erreichen sei, bzw. über eine Rampe (für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer) – in Verbindung mit einer Fußgängerunterführung mit Treppen.