Was Emmericher Kinder bewegt

Foto: Johannes Kruck / WAZ FotoPool
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Emmerich.. Projekt „Gesunde Kinder – gesunde Kommunen“ startet in Emmerich mit einem Motoriktest. Es gibt einen Vier-Jahres-Plan.

Das Problem ist hinlänglich bekannt: immer mehr Kinder bewegen sich kaum, ernähren sich falsch und sind zu dick. Fernsehen und stundenlanges Spielen am Computer begünstigen diesen Trend. Jedes sechste Kind im Alter von drei bis 17 Jahren ist übergewichtig – Tendenz steigend. Daher wurde das Projekt „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ ins Leben gerufen.

In Emmerich läuft das Projekt seit dem neuen Schuljahr. Mit der Michael-Grundschule Praest, der Leegmeer Grundschule sowie der Rheinschule beteiligen sich drei Grundschulen an dem Vorhaben, die Bewegungszeit der Kinder zu erhöhen. Sportfachwirt Sascha Brouwer leitet als Koordinator das Projekt und ist mit den ersten Wochen sichtlich zufrieden. Ziel sei es, in einer lokalen Zusammenarbeit von Familie, Schulen, Sportvereinen und Kommunalämtern, den Kindern zu einem gesunden, aktiven Lebensstil zu verhelfen, sagt der 35-Jährige.

In den drei Schulen wurde zunächst die Motorik der Erstklässler getestet. „Alles wird gemessen und später ausgewertet“, erklärt Sascha Brouwer. Gemeinsam mit dem WGI-Institut und der Uni Duisburg-Essen werden die Ergebnisse analysiert. Das Projekt soll vorerst über vier Jahre laufen. Die derzeitigen Erstklässler werden bis zum Ende ihrer Grundschulzeit betreut – dabei stehe jedoch offenkundig „der Spaß der Kinder im Vordergrund“, betont Sascha Brouwer.

In der Michael-Grundschule wurden daher die einzelnen Stationen spielerisch aufgebaut. Die Kinder hatten sichtlich Spaß. Die Schulknirpse mussten rückwärts über einen Steg (erst fünf Zentimeter breit, später nur noch drei) laufen, 20 Meter sprinten, mit den Fingerspitzen die Füße berühren oder aus dem Stand so weit wie möglich springen. „Die Kinder haben einen unheimlichen Bewegungsdrang. Wir müssen sie eher bremsen statt animieren“, so Brouwer.

Mit der Zusammenarbeit
sehr zufrieden

Die Unterrichtsstunden im Fach Sport wurden in der Michael-Schule bereits von drei auf vier Stunden, in der Rheinschule gar auf fünf, ausgedehnt. In der Leegmeer Grundschule befindet sich die Turnhalle derzeit im Umbau. Daher kommt es hier zu Verzögerungen. Die Stunden bieten die örtlichen Sportvereine zusätzlich an. Beim Tennisclub Rot-Weiß Emmerich etwa, einer der Kooperationspartnern, denkt sich Trainer Marco Oversteegen immer neue Varianten aus, den Kleinen den Tennissport näher zu bringen. Bei der DJK Hüthum organisieren Elisabeth Nass und Dagmar Nieke kindgerechtes Leichtathletik-Training. „Die Zusammenarbeit verläuft bisher sehr gut“, ist Brouwer zufrieden.

Doch der Weg hin zu „Gesunden Kinder in gesunden Kommunen“ ist lang. Alle Potenziale, die in der Stadt Emmerich vorhanden sind, sollen gebündelt und vernetzt werden. „Von den Eltern, über die Sportvereine bis hin zum Gemüsehändler – alle können und sollen ihren Beitrag leisten“, sagt der 35-Jährige.

Alles für die Kinder – wohlbemerkt gesunde Kinder.

 
 

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