Volksbank investiert in Rees-Millingen

Andreas Seelen (l.) und Ralf van Bruck zeigen die neuen Pläne.
Andreas Seelen (l.) und Ralf van Bruck zeigen die neuen Pläne.
Foto: WAZ FotoPool
In den kommenden zwei Wochen wird die ehemalige Filiale am Raiffeisenplatz abgerissen. Die Banker sind in Container gezogen. Der Betrieb läuft ungestört weiter

Millingen..  Für viele Millinger war das Gebäude der Volksbank am Raiffeisenplatz eine ansprechende Immobilie. „Alles nur Fassade“, erläuterte gestern Ralf van Bruck vom Vorstand der Volksbank Emmerich-Rees. Denn das vor 40 Jahren erbaute Gebäude entsprach in keinster Weise mehr den heutigen, bautechnischen Anforderungen.

Mit erheblichen Wasser- und Feuchtigkeitsschäden hatte Filialleiter Andreas Seelen in der Vergangenheit zu kämpfen. Wirtschaftliche Berechnungen ergaben, dass die Sanierungsmaßnahmen unkalkulierbar sind. So empfahl sich ein Abriss der Filiale und ein Neubau an anderer Stelle.

In einer Häuserflucht

Das neue Bankgebäude steht direkt an der Hurler Straße, in einer Flucht mit der bestehenden Bebauung. Derzeit wird das leerstehende Gebäude entkernt. In etwa zwei Wochen werden die Mauern gefallen sein. „Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man die leeren Räume sieht“, muss Andreas Seelen zugeben, der zwölf Jahre in dem Gebäude gearbeitet hat. Jetzt ist er mit seinen sechs Mitarbeitern in die Bankcontainer umgezogen, die während der Bauzeit als Ersatzfiliale genutzt werden. Hier wurde in der vergangenen Woche der komplette Selbstbedienungsbereich mit Überweisungs- und Bankautomaten installiert, zudem vier Beratungsräume eingerichtet.

Das neue Bankgebäude wird zweigeschossig errichtet, wie es der Bebauungsplan vorsieht. „Da wir barrierefrei bauen, benötigen wir eine relativ große Fläche für den Baukörper“, erklärt Ralf van Bruck. 350 Quadratmeter groß wird die neue Filiale, mit je zwei Büros im Erd- und Obergeschoss. Ein Keller wird nicht gebaut. In der alten Bank waren zwei zirka 100 qm große Mietwohnungen untergebracht. Die wird es im neuen Gebäude nicht mehr geben.

Das Obergeschoss wird mit einem Dämmputz versehen, der untere Bereich wird mit Naturstein oder Klinker verblendet. Etwa eine Million Euro wird das neue Haus kosten, darin hat der Abriss nur einen marginalen Anteil. „Teuer wird es durch die technische Ausstattung mit Heizung mittels Erdwärmepumpe, Lüftung und Kühlung.“

In der alten Filiale waren die Service-Automaten nur in einem Windfang aufgestellt. „Aber die 24-Stunden-Zone ist immer gefragter, da muss Platz für diskrete Bedienung der Automaten gewährleistet sein“, so van Bruck. Auch ausreichend Parkraum wird hinter der Filiale geschaffen.

Ob es sich lohne, in Millingen zu investieren, diese Frage stellte sich für die Volksbank nicht. „Bei über 4000 Kunden und einem Wertvolumen von 80 Millionen Euro in Millingen sind wir das auch unseren Kunden schuldig“, argumentiert Ralf van Bruck. Etwa ein Jahr wird die Bauzeit betragen.

Der Heimatverein Millingen-Empel hat im Vorfeld die Bänke und den Brunnen auf dem Vorplatz abgebaut. Sie werden an anderer Stelle einen Platz finden.

2500 qm Baufläche

Durch die Versetzung des Neubaus zur Straße hin, entsteht hinter der Volksbank eine Freifläche, die von der Volksbank für Wohn- und gewerbliche Bebauung genutzt wird. „Wir glauben, dass im Zuge der Betuwe wir hier richtig angesiedelt sind“, so der Vorstand. „Die Hauptstraße wird zur Sackgasse. Und hier am Raiffeisenplatz sind wir auch für Empeler und Bienener gut zu erreichen.“ Denkbar ist, dass sich in diesem etwa 2500 qm großen Quartier Geschäfte oder Dienstleister ansiedeln, die sich im Zuge der Betuwe an der Hauptstraße unglücklich platziert glauben.

 
 

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