Vater der getöteten Duisburger Kämpferin Ivana ist fassungslos

Damals bei der Musiknacht auf dem Neumarkt in Emmerich war die Welt für Ivana Hofmann noch in Ordnung. Sie feierte mit ihren Freundinnen.
Damals bei der Musiknacht auf dem Neumarkt in Emmerich war die Welt für Ivana Hofmann noch in Ordnung. Sie feierte mit ihren Freundinnen.
Foto: Johannes Kruck/ Funke Foto Services
Die 19-Jährige war im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" gestorben. Ihr Vater erfuhr erst durch Bekannte vom Tod der eigenen Tochter.

Emmerich/ Duisburg.. Kossi Maglo hat die alten Kinderfotos seiner Tochter Ivana noch einmal hervor gekramt. Traurig blickt er darauf. Denn das lachende Mädchen von einst hat er lange nicht gesehen. Und was noch schlimmer ist: Er wird sie auch nicht mehr sehen können. Denn Ivana Hoffmann ist tot. Im Kampf gegen die Terrormiliz ISIS ist die junge Frau in den Bergen Iraks nahe der Ortschaft Til Temir erschossen worden. Sie starb am vergangenen Samstag gegen 3 Uhr in der Früh.

Vater wusste von nichts

Aufgewachsen, so erzählt ihr Vater Kossi Maglo, „ist sie in Emmerich. Doch dann trennte ich mich von ihrer deutschen Mutter.“ Diese zog weg. „Damals wusste ich nicht wohin“, so der 58-Jährige. Seit fünf Jahren habe er seine Tochter nicht gesehen. Dass sie mit ihrer Mutter in Duisburg lebte, „habe ich nicht gewusst.“ Fassungslos ist er über den Tod seines Kindes. Mehr noch: Dass er seine Ivana nun nie wieder sehen würde, erfuhr er erst durch Bekannte.

Seit 24 Jahren lebt Kossi Maglo in Emmerich. Gebürtig ist er aus Togo. Mit einer neuen Frau wohnt er in der Innenstadt – zusammen mit zwei Kindern. Am Montag habe er sich gleich auf den Weg nach Duisburg gemacht. Und bei der Polizei vorgesprochen. Diese berichtete, dass seine Ex-Frau in die Türkei gereist sei um die Überführung seiner getöteten Tochter zu regeln.

Wie es heißt, sei sie die erste Deutsche, die im Kampf gegen die Terrormiliz getötet wurde. Dass seine Tochter im Krieg in Syrien zur Waffe griff, macht den Emmericher immer noch fassungslos.

Gedenkfeier in Duisburg für Ivana Hoffmann

Die 19-Jährige hatte in Duisburg die zwölfte Klasse der Aletta-Haniel-Gesamtschule in Ruhrort besucht. Die gebürtige Emmericherin hatte schon als Jugendliche Kontakt zu kurdischen Kommunisten und wurde so Anhängerin der Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei (MLKP ). Vor sechs Monaten soll sie an die syrische Grenze gereist sein und dort an der Seite der Kurden gekämpft haben.

In Duisburg wird am kommenden Samstag zu einer Gedenkfeier für Ivana Hoffmann aufgerufen. Auch Kossi Maglo will am Wochenende wieder in die Ruhrgebietsstadt fahren.

 
 

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