Unbekannte zünden Sprengkörper an Kirche in Emmerich

Mit einer selbstgebastelten Bombe wurde die Tür der Kirche in Emmerich zerstört.
Mit einer selbstgebastelten Bombe wurde die Tür der Kirche in Emmerich zerstört.
Foto: Flintrop
Eine selbstgebastelte Bombe hat in der Silvesternacht am Haupteingang der Emmericher Kirche Heilig Geist eine Tür erheblich beschädigt. Der Kirchenvorstand geht von einem bewussten Anschlag aus und beklagt eine Serie von Straftaten an der Kirche in Emmerich-Leegmeer.

Leegmeer. Dass es knallt, ist in der Silvesternacht eigentlich nichts Ungewöhnliches. Dennoch ließ ein Knall Nachbarn der Heilig Geist-Kirche aufhorchen. Der war nämlich deutlich lauter als die üblichen Böller und Raketen. Sie sahen nach und mussten entdecken, dass am Haupteingang der Kirche eine Explosion für erheblichen Schaden gesorgt hat...

Ulrich Bergmann vom Kirchenvorstand ist entsetzt. Nachdem sich die Polizei den Schaden gegen 0.45 Uhr ansah, war klar: Hier haben Täter aus Schwarzpulver selbst eine Bombe gebastelt und diese hinter den massiven Türgriff geklemmt. Sämtliche kleinen Fenster um die Tür herum wurden durch die Detonation zerstört. „Die Tür hat sich nach Innen gewölbt. Das muss eine enorme Druckwelle gewesen sein. Für mich war das ein Sprengstoffanschlag“, sagt Bergmann, der vom Militär kommt und sich damit auch auskennt. Zum Glück waren keine Menschen in der Nähe – das hätte gefährlich werden können.

Kirche beklagt Probleme mit Vandalismus

Waren das jetzt nur irre „Spielkinder“, die ihre Bombe zünden wollten? Oder richtet sich der Anschlag gegen die Kirche selbst? „Das ist kein dummer-Jungen-Streich gewesen, sondern ein gezielt mutwilliger Anschlag!“, betont Pfarrer Karsten Weidisch. „Wir hatten hier einen Einbruch, bei dem ein Fenster zerstört und die Sakristei durchwühlt wurde. Es wurden zudem mehrfach die Lampen zerstört, mit der die Kirche angestrahlt wird. Am Pfarrheim, dem Treffpunkt Heilig Geist, werden an der Kellertreppe etwa alle 14 Tage menschliche Exkremente hinterlassen“, berichtet Bergmann von der Serie. Alles würde zur Anzeige gebracht.

Das Bistum wird wohl einen Gutachter schicken, um sich ein Bild vom Schaden an der etwa 3,50 Meter hohen Tür zu machen. Die gesamte Tür aus Aluminium-Druckguss – vor allem der etwa 75 Zentimeter dicke Türgriff, ein meditatives Medaillon – ist ein Gesamtkunstwerk, schildert Bergmann. Der rund 20 Kilogramm schwere Türgriff wurde durch die Explosion von der Tür getrennt.

 
 

EURE FAVORITEN