Um Himmels willen

Sind das Chemtrails? Gabriele Hilbig glaubt daran. Sie hat’s fotografiert.
Sind das Chemtrails? Gabriele Hilbig glaubt daran. Sie hat’s fotografiert.
Foto: NRZ
Geo-Engeneering? Chemtrails? Die Fotografin Gabriele Hilbig glaubt, dass über Emmerich das Wetter zu Testzwecken manipuliert wird. Gefährdung oder Unsinn?

Emmerich.. Sie sagt es von sich selbst: „Ich bin ein merkwürdiger Mensch.“ Und sie ist beharrlich. Gabriele Hilbig ist sich sicher. Da stinkt’s am Himmel. Die unermüdliche Tier- und Umweltschützerin glaubt, am Himmel über Emmerich werde das Wetter manipuliert. Sie habe sogenannte Chemtrails ausgemacht, die im Wolkenbild zu sehen seien. Manch einer wird der 50-Jährigen sagen, sie sei verrückt und sie in die Riege der Verschwörungstheoretiker einreihen. Denn es gibt eine ganze Menge Menschen, die der Theorie des Geo-Engeneering folgen. Spiegel Online spricht schon von einer handfesten „Chemtrails-Verschwörung“.

Wikipedia erklärt es so: „Der Begriff Geo-Engineering bezeichnet vorsätzliche und großräumige Eingriffe mit technologischen Mitteln in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe der Erde. Als Ziele derartiger Eingriffe werden hauptsächlich das Stoppen der Klimaerwärmung, der Abbau der CO2-Konzentration in der Atmosphäre oder die Verhinderung einer Versauerung der Meere genannt.“

Ein Sonntag im November

Über Monate hat Gabriele Hilbig den Himmel beobachtet und reichlich Bilder gemacht. Die Fotos zeigen Kondensstreifen in Gitterform, dampfende Regenbögen. „Ich bin selbst Fotografin, so etwas habe ich sonst nie gesehen. Man kann zusehen, wie das Wetter komplett manipuliert wird.“ Besonders erinnert sie sich an einen Sonntag im November: Schwere Regenwolken hingen über Emmerich. „Ich dachte, da kommt jetzt richtig viel Regen herunter. Doch dann riss die Wolkendecke auf. Und ich sah merkwürdige Wirbel.“

Sie habe geforscht: Es gebe Chemikalien, die Wolken bilden, und andere, sie auflösen. Die typische Struktur der Wolken verschwinde. In den USA würden so Wetterveränderungen erreicht. Und auch die EU-Staaten würden testen, wie sie der Erderwärmung durch Geo-Engeneering trotzen könnten, so Hilbig.

Chemiespur statt Kondensstreifen

Über Emmerich habe sie tieffliegende Flugzeuge beobachtet. Deren Kondensstreifen soll nicht nur aus Wasserdampf bestehen, der an den Rußteilchen hinter den Triebwerken kondensiert, sondern soll eine Chemiespur sein. „Wenn es sich bewölkt, dauert es nicht lange, und dann kommen die Flieger“, behauptet die Emmericherin, die zugibt, es mit der Angst zu bekommen.

Denn die heimliche Wettermanipulation durch Chemie habe negative Folgen für die menschliche Gesundheit. Bariumsalz oxidiere und ziehe Kohlenstoffdioxid an. Es werde Aluminiumpulver eingesetzt, das die Wärme gen Weltall dränge. Angeblich könnten Alzheimer, Gedächtnisverlust und Atemwegserkrankungen darauf zurückgeführt werden.

Post für Kanzlerin

All diese Erforschungen lassen sich nicht nachweisen. Ob die Bundeswehr oder die Regierung dahinter stecken, bestätigt keiner.

Das Umweltbundesministerium, so der Spiegel, habe eine Broschüre herausgegeben, in der es ausführlich erklärt, warum die Chemtrails-Theorie unbegründet sei. Gegenüber der NRZ erklärt das Ministerium, es sei nichts bekannt.

Gabriele Hilbig gibt nicht auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat schon Post von ihr bekommen. Auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, NRW-Gesundheitsminister Johannes Remmel oder Bürgermeister Johannes Diks. Ob sie inzwischen öfter in den Himmel gucken, ist nicht übermittelt...

 
 

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