Ulrich Wilhelm Röpke stellt im Reeser Museum aus

Künstler Ulrich Wilhelm Rö̈pke hat selbst bestimmt, wo seine Gemälde im Museum Koenraad Bosman ihren Platz haben sollen.Das Foto entstand bei der Vorbereitung seiner Ausstellung.
Künstler Ulrich Wilhelm Rö̈pke hat selbst bestimmt, wo seine Gemälde im Museum Koenraad Bosman ihren Platz haben sollen.Das Foto entstand bei der Vorbereitung seiner Ausstellung.
Foto: Funke Foto Services
  • Ulrich Wilhelm Röpke schätzt das diffuse Licht im Ausstellungsraum, das die Dynamik seiner Bilder unterstreicht
  • Acht großformatige und drei kleinformatige Gemälde stellt der in Köln lebende Künstler in Rees aus
  • Vernissage ist am Sonntag um 11.30 Uhr, die Einführung hält KunsthistorikerinDr. Marta Cencillo Ramirez

Rees..  Nur schwer lässt sich Ulrich Wilhelm Röpkes Kunst einer der etablierten Kunstströmungen zuordnen. Expressionistisch ja, man findet fast immer Figürliches, aber auch Abstraktes, vor allem aber ist die Kunst Röpkes eines: verstörend bis provozierend. Acht großformatige und drei kleinformatige Gemälde stellt der 1959 in Hannover geborene und in Köln lebende Künstler ab Sonntag im Reeser Koenraad Bosman Museum unter dem Titel „Weltinnenraum“ aus.

Gemälde von Salvador Dalí

Da ist beispielsweise das Gemälde „Junger Sänger mit Kerze“, das Röpke mit nach Rees gebracht hat. Oder auch das Bild des vom fortgeschritten Alter schwer gezeichneten Künstlers Salvador Dalí. Gesichter wie auch die Körper beider Figuren lösen sich auf in Farbströme expressiver Farbigkeit. Letztere springt den Betrachter geradezu an, fasziniert ihn, hält ihn im Bann. Nicht nur die Farbintensität an sich, auch das Nebeneinander so vieler expressiver Farbflächen und der ungezügelte Pinselstrich sind es, die beim Betrachter Unruhe auslösen, ihn irritieren.

Röpke weiß natürlich um die Kraft und Dynamik seiner Bilder. Gerade deshalb hat er sich bewusst für das Koenraad Bosman Museum als Ausstellungsort beworben. „Hier sind Boden, Decke und Wände weiß, das ist ideal für die Wirkung der Bilder“, sagt er. Aber vor allem das diffuse Licht, das im Wechselausstellungsraum durch das Oberlicht fällt, unterstreicht die Wirkung. „Das einfallende Licht hat etwas leicht Meditatives“, beschreibt es Röpke.

Im Kontrast dazu stehen die Extreme auf den Bildern. Nicht nur die Farben, Themen und Motive. Sondern auch die Technik, die Röpke sich zu eigen gemacht hat. Eine Technik, die höchst eigenwillig ist. Der Kölner wirft aus kurzer Distanz Farbhaufen und -wülste auf die Leinwand, schabt Teile wieder ab, übermalt, zerkratzt, spachtelt und übermalt wieder. Das Prozesshafte seiner Arbeitsweise bleibt sichtbar, eine erstarrte Dynamik quasi, die seinen Arbeiten gleichzeitig einen hohen Wiedererkennungswert verleihen.

Wenn Röpke mit seiner Arbeit beginnt, dann geht er von einer Idee aus. Beispielsweise eine bestimmte Figur zu zeichnen. Mehr nicht. Dann pirscht er sich an die Umsetzung heran, entscheidet spontan, ob er das Ergebnis gut oder veränderungswürdig findet. „Ich will von Anfang an auch nicht wissen, wie das Bild später aussieht. Ich will keine Kontrolle, was im Umkehrschluss hieße, dass meine Bilder planbar wären“, sagt er. Das würde, davon ist er überzeugt, ihn letztlich langweilen. „Ich brauche den Reiz, die Überraschung.“

Überraschendes wird es auch für die Ausstellungs-Besucher geben. Denn zu all seinen Arbeiten will Röpke auch Detailfotos auslegen. Dass die Fotos gezoomte Details der Gemälde sein sollen, mag man zunächst gar nicht glauben. Erst nach und nach eröffnet sich dem Betrachter auf diese Weise eine zweite Ebene der Bilder.

In diesem Jahr hat er bereits im Kunstverein Erlangen und in der Galerie der Stadt Herrenberg ausgestellt. Anfang 2017 werden seine Werke in der Hagenring-Galerie in Hagen zu sehen sein. Röpke hat Malerei an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig studiert. 1998 wurde er in Stuttgart mit dem internationalen Syrlin-Kunstpreis geehrt.

 
 

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